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Maciej Lukaszczyk initiierte die Vereinsgründung.

Darmstadt

Chopin-Gesellschaft feiert in Darmstadt ihr 50-jähriges Bestehen

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Mit einem Festakt, Konzerten und Klavierabenden gestaltet die Chopin-Gesellschaft, die 1970 in Darmstadt von Maciej Lukaszczyk gegründet wurde, ihr Jubiläum.

Als Maciej Lukaszczyk 1964 seine Heimat Polen verließ, um nach Wien und dann weiter nach Darmstadt zu ziehen, beherzigte er einen Satz von Jerzy Zurawlew, dem Begründer des Warschauer Chopin-Wettbewerbs: „Wenn du in die Welt gehst, vergiss Chopin nicht“, habe ihm Zurawlew geraten, berichtete einst der 1934 geborene und 2014 verstorbene polnische Pianist. Lukaszczyk folgte dem Rat Zurawlews und gründete 1970 in Darmstadt die erste Chopin-Gesellschaft in der Bundesrepublik.

Acht Jahre zuvor war bereits in der DDR die Deutsche Chopin-Gesellschaft aus der Taufe gehoben worden, die inzwischen in Leipzig ihren Sitz hat. Während seines ganzen Lebens verstand sich Lukaszczyk als Botschafter der Musik seines polnischen Landsmanns. Und nicht nur das. Lukaszczyk nutzte Chopins Musik zugleich auch „als kulturelle Brücke zu einem Europa ohne Grenzen“, wie er einmal sagte.

VERANSTALTUNGEN IM JUBILÄUMSJAHR

Zum Auftakt des Jubiläumsjahrsgibt Boris Bloch am kommenden Sonntag, 19. Januar, um 18 Uhr ein Neujahrskonzert im Vortragssaal des Literaturhauses, Kasinostraße 3.

Das Jubiläumskonzertmit dem Festakt „50 Jahre Chopin-Gesellschaft“ beginnt am Samstag, 29. Februar, um 18 Uhr in der Orangerie, Bessunger Straße 44. Vier erste Preisträgerinnen und Preisträger vergangener Chopin-Klavierwettbewerbe, die aus Finnland, Ungarn, Polen und den USA kommen, werden den Klavierabend unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Jochen Partsch gestalten.

Chopins sämtliche Werkefür Klavier und Orchester werden dann beim großen Jubiläumskonzert am Samstag, 5. September, von 19 Uhr an in der Orangerie zu hören sein.

Weitere Konzerttermine und Infosgibt es unter chopin-gesellschaft.de. jjo

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat die „Chopin-Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland“, so der vollständige Name des Vereins, weit mehr als 500 Konzerte veranstaltet. Nach der Gründung der Gesellschaft im September 1970 lud der neue Verein am 3. März 1971 in das Justus-Liebig-Haus zu seinem ersten Konzert ein. Auf dem Programm standen Walzer, Mazurken, eine Polonaise und Chopins h-Moll-Scherzo, wie einer Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Gesellschaft zu entnehmen ist, die am Dienstag im Literaturhaus zusammen mit dem Jubiläumsprogramm vorgestellt wurde.

Neben den Konzerten hat die Chopin-Gesellschaft in den vergangenen 50 Jahren 25 internationale Meisterkurse sowie elf internationale Chopin-Klavierwettbewerbe organisiert. Seit 1979 stehen der Gesellschaft im Literaturhaus Konzert- und Unterrichtsräume zur Verfügung.

Drei Monate vor dem Tod Lukaszczyks wurde im März 2014 die Konzertpianistin Aleksandra Mikulska neue Präsidentin der Gesellschaft. Ihr zur Seite steht als geschäftsführende Vizepräsidentin Jill Rabenau. Die 38-jährige Mikulska sieht es als ihre Aufgabe an, auch künftig junge Nachwuchstalente zu fördern. Darüber hinaus liegt der Präsidentin „die deutsch-polnische Verständigung sehr am Herzen“. „Mein Ziel ist es, die Gesellschaft zu einem offenen Ort des internationalen Austauschs zu machen, die deutsch-polnische Freundschaft zu stärken und Brücken zwischen unseren Völkern zu bauen“, äußert Mikulska in einem Interview, das in der Festschrift abgedruckt ist. Darüber hinaus sei es ihr „ein Anliegen, die unbekannten Aspekte aus dem Leben Chopins und seiner Kompositionen ans Licht zu bringen sowie seine Nachfolger zu präsentieren“.

Durch die Organisation der jährlich stattfindenden internationalen Meisterkurse will die Gesellschaft jungen Musikern den Austausch und hochqualifizierte Fortbildungsmöglichkeiten bieten. Der internationale Klavierwettbewerb findet alle drei bis vier Jahre statt, der nächste folgt 2021. Er gilt laut Mikulska als „der bedeutendste Chopin-Klavierwettbewerb nach dem Wettbewerb in Warschau“. Für etliche Teilnehmer und Preisträger war er schon der Ausgangspunkt für eine internationale Karriere.

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