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Auf einer Halsbandmarke ist der bei Hundedame Lola implantierte Chip registriert.

Tiere

Chip-Pflicht gefordert

Tierschützer wollen Hunde und Katzen zuordnen können. Nur so könnten in vielen Fällen Hundebesitzer ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden.

Die Tierheime in Hessen sind voll mit schwierigen Hunden, die gebissen haben, es muss sich etwas ändern“, sagte Ute Heberer, zweite Vorsitzende des Landestierschutzverbands in Altenstadt der Deutschen Presse-Agentur. Ein unter die Haut gespritzter Identifikationschip sei „das Minimum“, um die Situation zu verbessern. Nur so könnten in vielen Fällen Hundebesitzer ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden.

283 Vorfälle hatte Hessens Innenministerium für 2018 erfasst, bei denen Menschen durch Bisse verletzt wurden. Hinzu kommen 266 Fälle, bei denen die Tiere Artgenossen bissen. „Was gemeldet wird, ist nur ein kleiner Teil dessen, was passiert“, erklärte Heberer. Nach Beißvorfällen landen die Tiere oft in Heimen. Doch diese seien nicht mehr in der Lage, die Hunde aufzunehmen. „Da ist kein Geldfluss mehr, viele Tierheime stehen vor dem Aus.“ Wenn jedem Hund ein Herrchen zuzuordnen wäre, könne man Hundehalter in die Pflicht nehmen.

Wichtig sei aber auch, den Hundehandel auf Online-Marktplätzen zu unterbinden. „Darüber hinaus müsste man die Züchter verpflichten, Hunde zurückzunehmen, wenn sie auffällig werden.“

Werben für Chip-Pflicht

Auch abseits der Beißproblematik wirbt der Landestierschutzverband für die Chip-Pflicht. Man könne durch die auslesbare Identifikationsnummer Katzen ihren Besitzern zuordnen und im Zusammenspiel mit einer Kastrationspflicht die Zahl der Katzen reduzieren. Entlaufene Tiere könnten leichter zu ihren Besitzern gebracht, das Schicksal verschwundener Tiere eher geklärt werden. Heberer hofft, dass Impulse aus den Tierschutzvereinen das Thema auf die landespolitische Agenda bringt.

In anderen Bundesländern läuft die Debatte bereits. In Mecklenburg-Vorpommern will die SPD eine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Haustieren auf den Weg bringen. Hessen setzt dagegen auf Freiwilligkeit. „Im Koalitionsvertrag ist festgehalten: Wir werden weiterhin für eine freiwillige Steigerung des Anteils der gechippten und registrierten Hunde und Katzen in Hessen werben“, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums. Viele Vorteile, die der Landestierschutzverband sieht, werden darin geteilt. (dpa)

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