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So soll der futuristische Bau gegenüber der Europäischen Schule Rhein-Main im Bad Vilbeler Stadtteil Dortelweil aussehen.
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So soll der futuristische Bau gegenüber der Europäischen Schule Rhein-Main im Bad Vilbeler Stadtteil Dortelweil aussehen.

Bad Vilbel

Chinesen wollen Hotel in Bad Vilbel bauen

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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In Bad Vilbel will eine chinesische Investorengruppe ein Gebäude-Ensemble mit Hotel, Restaurant, und Boardinghouse errichten. Bislang hat die Stadt keine gute Erfahrungen mit Investoren aus China gemacht.

Eine Investorengruppe aus der westchinesischen Stadt Urumqi beabsichtigt nach Angaben von Stadtrat Klaus Minkel (CDU), im Stadtteil Dortelweil ein Hotel mit Restaurant und angeschlossenen Appartements sowie Wohnungen zu errichten. Das „repräsentative Gebäude-Ensemble“ soll auf einem Grundstück zwischen dem Rathaus und der Europäischen Schule Rhein-Main entstehen. Dem Vernehmen nach will dort auch die Handelskammer der Zwei-Millionen-Stadt eine Repräsentanz einrichten.

Wie Minkel am Dienstag mitteilte, wollen die Investoren das 7300 Quadratmeter große Areal für einen Preis von 1000 Euro pro Quadratmeter von der Stadt erwerben. Der Kaufpreis betrage 7,3 Millionen Euro. Das Hotel soll an der Friedberger Straße liegen, die Wohnungen würden entlang der Theodor-Heuss-Straße gebaut, also vis-à-vis der Europäischen Schule Rhein-Main.

Bei den Appartements handele es sich um eine Art Boardinghouse, sagte Minkel, der den Immobilien-Eigenbetrieb der Stadtwerke leitet, am Dienstag auf Anfrage. Ein Boardinghouse wird häufig von Unternehmen genutzt, die über längere Zeit Mitarbeiter in andere Städte entsenden. Zur Größe des Hotels konnte der Stadtrat noch keine konkreten Angaben machen. Er sprach nur von einem „relativ kleinen Hotel“. Städtebaulich sei das Projekt eine „starke Aufwertung“. Das Gebäude-Ensemble schließe eine „störende Baulücke am Stadtwerke-Kreisel“.

Die Aktivität chinesischer Investoren in Bad Vilbel hat keine gute Vorgeschichte, nachdem Anfang 2014 der Traum von einem 94 Millionen Euro schweren Grundstücksgeschäft für die Stadt platzte. Im Baugebiet Quellenpark sollte ein großes Handelszentrum für chinesische Produkte entstehen. Die Investoren überwiesen die erste Rate aber nicht bis zum vereinbarten Zeitpunkt. Schon die Vertragsunterzeichnung hatte sich auf Wunsch der Investoren verzögert. Letztlich löste man den Vertrag einvernehmlich auf.

Die Stadt will ein vergleichbares Szenario bei dem Hotel-Projekt vermeiden. „Der Vertrag erfordert eine Anzahlung von fünf Prozent, die dann verloren ist, wenn der Käufer aus dem Vertrag aussteigt“, erklärt Stadtrat Klaus Minkel. Das bedeutet: 365 000 Euro würden auf jeden Fall der Stadt gehören, falls die Investoren einen Rückzieher machen sollten.

Bad Vilbels SPD-Fraktionschef Christian Kühl äußerte, seine Fraktion habe sich noch keine abschließende Meinung zu dem Vorhaben gebildet. Man warte die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag ab. Der Ausschuss soll dem Grundstücksverkauf morgen zustimmen. „Ich bin mir nicht sicher, ob Bad Vilbel das braucht“, sagte Kühl am Dienstag. Es gebe schon mehrere Hotels in der Stadt. Außerdem plane die Stadt beim Kurhaus-Umbau ein weiteres Hotel, und Investor Josef Wunde wolle ein Hotel neben das geplante Erlebnisbad setzen.

Die Vertragsunterzeichnung mit den Investoren ist laut Stadtrat Minkel für April angesetzt. Damit sie ihre Pläne verwirklichen können, ist eine Änderung des Bebauungsplanes „Dortelweil West“ erforderlich. So soll der Gewerbe-Anteil stark reduziert werden. Dies bedeute „eine klare Verbesserung für die bereits ansässigen Wohnanlieger“, sagt Minkel.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler (FW), Raimo Biere, äußerte am Dienstag, er habe einen „guten ersten Eindruck“ von dem Vorhaben. Die geplanten Wohnungen hülfen dabei, die Wohnraumsituation in Bad Vilbel zu entlasten. Wie viele es werden sollen, konnte Minkel noch nicht sagen. „Die Details betreffen den Bauantrag, nicht den B-Plan.“ FW-Fraktionschef Biere betonte, es sei wichtig, dass eine Anzahlung geleistet werde. So habe die Stadt auf jeden Fall etwas davon.

Minkel lässt durchblicken, dass man mit der Stadt Urumqi bereits an neuen Ideen arbeitet. „Zwischen Urumqi und Bad Vilbel gibt es weitere interessante Anbahnungen“, berichtet der CDU-Politiker. Auf Nachfrage sagt er: „Über die Anbahnungen wird gesprochen, sobald es zum Abschluss kommt.“

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