Hans Joachim Mendig

Chef der hessischen Filmförderung wird Thema im Landtag

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Nach der Abberufung von Hans Joachim Mendig als Geschäftsführer der Hessenfilm und Medien GmbH will die FDP-Fraktion im Landtag die Gründe erfahren.

Die Abberufung des Geschäftsführers der hessischen Filmförderung, Hans Joachim Mendig, beschäftigt nun auch den hessischen Landtag. Die FDP-Fraktion hat einen dringlichen Berichtsantrag mit 18 Fragen eingereicht, die die zuständige Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Grüne), bei der nächsten Sitzung des Kunstausschusses Ende Oktober beantworten muss. Vor allem wollen die FDP-Abgeordneten wissen, warum der Aufsichtsrat der Hessenfilm und Medien GmbH, dessen Vorsitzende Dorn ist, Mendig von seinen Aufgaben entbunden hat. Außerdem fragen die Freidemokraten nach Details zum Vorlauf der betreffenden Aufsichtsratssitzung und zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen der Abberufung – Mendigs Vertrag läuft noch bis Ende 2021.

Vor zwei Wochen hatte der Aufsichtsrat der Filmförderung in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, sich mit sofortiger Wirkung von Mendig zu trennen. Dieser war zuvor massiv in die Kritik geraten, weil er sich im Juli mit dem Bundesvorsitzenden der in Teilen rechtsextremen AfD, Jörg Meuthen, getroffen hatte. Meuthen selbst hatte über Instagram ein Foto von dem Treffen verbreitet und dazu geschrieben, es habe ein „angeregter und konstruktiver politischer Gedankenaustausch“ stattgefunden. Hunderte Filmschaffende hatten daraufhin Mendigs Rücktritt gefordert, außerdem hatten mehrere Jurymitglieder angekündigt, ihre Mitarbeit bei der Filmförderung einzustellen.

Beim hessischen Kunstministerium hieß es am Montag, man wolle zeitnah eine Übergangslösung für die Geschäftsführung der Hessenfilm finden. Das Ministerium hatte in der Vergangenheit betont, der Aufsichtsrat habe über den drohenden Imageschaden für die Filmförderung und den Vertrauensverlust in der Filmbranche gesprochen, nicht direkt über Mendigs Treffen mit Meuthen.

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