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GUT GEBRÜLLT

Charmanter als Yuki

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Jeder ist so alt, wie er sich fühlt. Und das heißt für die meisten Menschen: jünger, als es im Ausweis steht. Schön, wenn Außenstehende das auch so sehen.

Leider macht uns die Digitalisierung da einen Strich durch die Rechnung. Jetzt fangen Roboter schon an, uns zu erzählen, wie alt wir angeblich sind. Das musste Wissenschaftsministerin Angela Dorn jetzt bitter erfahren.

Auf der Frankfurter Messe Paperworld traf die Grünen-Politikerin den Linguistik-Professor Jürgen Handke von der Philipps-Universität Marburg, der seinen Roboter Yuki mitgebracht hatte. Er ist kleinkindgroß, plastikweiß, haarlos, aber trotzdem etwas menschenähnlich gestaltet. Wir würden Yuki auf höchstens vier Jahre schätzen, aber er ist dafür ganz schön altklug und fühlt sich bestimmt schon älter. „Schau mir in die Augen, und ich werde dein Alter schätzen“, bot das weiße, kleinkindgroße, etwas menschenähnlich gestaltete Gerät also der Ministerin an.

Die 37-jährige Politikerin aus Marburg tat, wie ihr geheißen. Es verging einige Zeit, in der Dorn gespannt wartete und der Computer rechnete. Dann kam er zu dem Ergebnis, das sie nicht erfreute: „Meine bestmögliche Einschätzung für Dein Alter ist: 60.“ So alt mag sich ein Computer Regierungsmitglieder vorstellen, und auf einige trifft das ja auch zu. Aber Dorn ist die Jüngste in der Minister- und Ministerinnenrunde.

Die Grünen-Politikerin nahm es gelassen. „Ich habe heute den ziemlich coolen, aber leider auch wenig charmanten Lehr-Roboter #Yuki kennengelernt“, twitterte sie – und wurde von einem Twitter-Nutzer getröstet: „Vielleicht hat ihn die Brille irritiert.“

Die Ministerin sitzt mit einigen Kollegen im Landtag, die tatsächlich schon das sechste Jahrzehnt vollendet haben. In den vergangenen Wochen sind zwei hinzugekommen, denen Parlamentspräsident Boris Rhein (CDU) zu Beginn der Landtagssitzung in dieser Woche gratulierte: Dorns Kabinettskollege Axel Wintermeyer (CDU), der Volker Bouffiers Staatskanzlei leitet, und der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Jürgen Frömmrich. Rhein gratulierte den beiden weit charmanter als Yuki. „Wenn ich mit 60 so aussehen würde wie Du heute, würde ein großer Wunsch von mir in Erfüllung gehen“, rief der Landtagspräsident dem Grünen Frömmrich zu und ließ ein ähnliches Kompliment an Minister Wintermeyer folgen.

Überhaupt war es die Woche der hessischen Politiker-Geburtstage. Am Sonntag wurde der Grünen-Bildungspolitiker Daniel May 39 Jahre alt. Am Montag folgte Manuela Strube (SPD), die Vorsitzende des Petitionsausschusses, die ihren 40. Geburtstag feierte – da gab es noch keine Plenarsitzung. Ihr Fraktionskollege Stephan Grüger (54) folgte am Dienstag und verbrachte seinen Festtag bei der Landtagssitzung.

Dafür wurde der SPD-Abgeordnete nicht nur von Präsident Rhein mit warmen Worten bedacht. Er freute sich nach der langen Sitzung auch noch auf den Parlamentarischen Abend der Fraport in einem benachbarten Wiesbadener Lokal. „Wenn die schon eine Geburtstagsparty für mich schmeißen, kann ich mir das nicht entgehen lassen“, scherzte Grüger gut gelaunt.

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