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Wiesbaden

Chancen für Tourismus und Natur

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Die hessische Landesregierung will eine Studie zur Biosphärenregion Rheingau-Taunus, Wiesbaden und Mainspitze in Auftrag geben.

Wie lassen sich die Energiewende voranbringen, Natur und Landschaft schützen und gleichzeitig die Wirtschaft fördern und der prognostizierte Bevölkerungszuwachs verkraften? Die Bürgerstiftung Rheingau-Taunus „Unser Land“ glaubt, dass Unesco-Biosphärenregionen dies schaffen könnten. Sie sieht in der Region Wiesbaden, Rheingau-Taunus-Kreis und in Teilen des Main-Taunus-Kreises ideale Bedingungen, um von der Unesco als Biosphärenregion anerkannt zu werden. Der Rheingau-Taunus-Kreis hat bereits beschlossen, das Projekt zu verfolgen. Wiesbaden und der Main-Taunus-Kreis haben ihre Bereitschaft bekundet.

Die Landesregierung möchte nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die ergebnisoffen untersuchen soll, ob sich das Gebiet zur Unesco-Biosphärenregion eignet. Anders als die Biosphärenreservate decken die Biosphärenregionen auch große Städte ab. Es geht darum, in prosperierend wachsenden Metropolregionen die landschaftliche Qualität zu erhalten und Entwicklung nachhaltig voranzutreiben. Bislang gibt es weltweit nur zwei solcher Regionen: in Sao Paulo in Brasilien und in Wien.

Die Landesregierung sieht die Chancen der Biosphärenregion. „Zu den Besonderheiten der Region gehören Qualitätsweinbau und Rheinromantik, unberührte Wälder, Weideland und Flussauen, die Landwirtschaft im Untertaunus und die Mineralquellen und Kurbäder“, erklärte Landtagsabgeordnete Ursula Hamann (Grüne). Eine Machbarkeitsstudie könne Entwicklungschancen für  Tourismus und Weinbau, Gastronomie, Erholung, Kultur- und Kurbetriebe, die Land- und Forstwirtschaft sowie für die Wirtschaft und den Verkehr untersuchen.

Da das Projekt nur in Zusammenarbeit mit den Menschen funktioniere, müsse die Planung im Dialog mit der Bevölkerung erfolgen. Auch der Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper (CDU) geht es darum, Befürchtungen und Ängsten in der Bevölkerung im Vorfeld zu begegnen. Um Fragen nach der Flächenbereitstellung, den Auswirkungen auf den Weinbau, die Land- und Forstwirtschaft und den messbaren Nutzen für die Umwelt und den Artenschutz beantworten zu können und die Chancen für Tourismus und Verkehr zu beurteilen, spricht sie sich für eine unabhängige Machbarkeitsstudie aus, die die Ergebnisse „wissenschaftlich und ehrlich“ ermittele. So lasse sich zu gegebener Zeit überlegen, ob die Chancen die Risiken überwiegen oder eben nicht.

Die SPD ist auch für die Machbarkeitsstudie. Landtagsabgeordneter Marius Weiß verspricht sich von der Biosphärenregion Impulse für Energiewende und Infrastruktur der Metropolregion. Vorbehalte in der Bevölkerung seien vorhanden, könnten aber aufgelöst werden. So habe der kritische Rheingauer Weinbauverband schon Kontakt zu Winzern bei Wien aufgenommen, um mehr über die Auswirkungen auf den Weinanbau zu erfahren, berichtet Weiß. Die Linke möchte die Machbarkeitsstudie auch. Marjana Schott betont aber, dass es nicht nur um Tourismuswerbung und das Einstreichen der Fördermittel gehe, sondern um echte nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz. Die FDP ist gegen das Projekt.

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