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Früh übt sich, wer später mal anderen die Flötentöne vorspielen will.
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Früh übt sich, wer später mal anderen die Flötentöne vorspielen will.

Hessen

Chance für Musikschulen in Hessen

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Die Landesregierung erwägt eine stärkere Förderung – doch der Teufel steckt im Detail.

Die SPD-Forderung nach stärkerer Unterstützung der hessischen Musikschulen durch das Land trifft auf breite Zustimmung. Auch die schwarz-grüne Landesregierung ist bereit, mehr Geld zu zahlen, damit die Elternbeiträge für den Klavier-, Flöten- oder Gesangsunterricht in Hessen sinken können. Sie zählen bundesweit zu den höchsten.

Der SPD-Bildungspolitiker Christoph Degen beklagt, dass viele hessische Musikschulen über so wenig Geld verfügen, dass sie erhebliche Elternbeiträge nehmen müssen und ihre Lehrkräfte trotzdem nur schlecht bezahlen können. Daher solle das Land Hessen seine Förderung von derzeit drei Millionen Euro im Jahr vervielfachen. Innerhalb von zehn Jahren solle die Summe Jahr für Jahr um zwei Millionen Euro angehoben werden, bis sie 23 Millionen Euro erreiche.

Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) hält das für unrealistisch. „Das wäre eine Versiebenfachung der Mittel in zehn Jahren und allein in dieser Legislaturperiode eine Steigerung um 180 Prozent“, stellt sie fest.

Zögernde Landkreise

Zudem nimmt Dorn die Kommunen in die Verantwortung, allerdings nicht pauschal. Denn die Städte beteiligen sich nach den Berechnungen des Landes durchschnittlich mit gut einem Viertel der Kosten – das entspricht dem Bundesschnitt. Bei den Landkreisen sieht das anders aus. Sie steuern im Bundesschnitt 18 Prozent bei, während es in Hessen nicht einmal drei Prozent sind.

„Um eine Lösung zu finden, von der in der komplexen Struktur auch alle Musikschulen profitieren, stehen wir im Dialog mit der kommunalen Familie“, berichtete Ministerin Dorn auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Jüngst habe man bei einem runden Tisch zusammengesessen und vereinbart, sich die Finanzierungsmodelle der anderen Bundesländer anzuschauen, um eine Lösung für Hessen zu finden. Die müsse für Land, Kreise, Städte und Gemeinden gleichermaßen tragbar sei, betonte die Ministerin.

Die Verbände von Musikschulen und Musiklehrkräften zeigten sich in einer Anhörung des Landtags-Fachausschusses in der vergangenen Woche erfreut, dass sich bei der Finanzierung etwas zu bewegen scheint. Der ehemalige hessische Wissenschafts-Staatssekretär Joachim-Felix Leonhard, der als Parteiloser in der CDU-Alleinregierung von 2003 bis 2007 im Ministerium wirkte, lobte die Initiative der SPD im Namen des Verbandes deutscher Musikschulen, Landesverband Hessen.

„Ich halte es für sehr zielführend, eine 33,3-Prozent-Beteiligung des Landes ins Auge zu fassen, was für die über das ganze Land verstreuten Musikschulen angemessen erscheint“, urteilte Leonhard. Die Musikschulen wünschten sich schon lange „mittelfristige Planungssicherheit“. Leonhards Argument: „weil die Sache der kulturellen Bildung unserer Kinder und damit der Weitergabe von Kunstverständnis und Kulturtechniken an nachfolgende Generationen es verdient“.

Derzeit tragen die Eltern mehr als 60 Prozent der Kosten. Diese Quote solle „mindestens auf den Bundesdurchschnitt reduziert“ werden, also auf rund 40 Prozent, schlägt Volker Stahl vom Bundesverband Musikunterricht Hessen vor.

Finanzierung der Musikschulen.

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