+
Kai Klose (Grüne) im Landtag.

Gesundheit

Chance auf Drug-Checking in Hessen

  • schließen

Sozialminister Klose sieht positive Signale aus Berlin für ein Modellprojekt. Ziel ist, das Risiko beim Konsum von Partydrogen zu mindern.

Der Widerstand gegen das von Hessen geplante Drug-Checking im Rahmen von wissenschaftlich begleiteten Modellprojekten scheint zu bröckeln. „Wir begrüßen die Äußerungen der Bundesdrogenbeauftragten Daniela Ludwig, dem Thema jetzt aufgeschlossen zu begegnen“, teilte der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Montag in Wiesbaden mit. Voraussetzung für eine Genehmigung wäre eine Änderung im Betäubungsmittelrecht seitens des Bundes. Ein analoges Vorgehen gibt es bereits bei der Einrichtung von Drogenkonsumräumen, sagte Klose. Bisher hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Anträge von Bundesländern auf Modellprojekte stets abgelehnt, auch das Land Hessen scheiterte mit einem Vorstoß.

„Drug-Checking ist eine wichtige und sinnvolle Maßnahme der Gesundheitsvorsorge“, sagte Klose. Viele europäische Länder hätten damit gute Erfahrungen. Konsumenten von Partydrogen können dort anonym ihre Pillen oder Pülverchen auf Inhalte chemisch analysieren lassen. Das Übermitteln des Ergebnisses ist mit einem Aufklärungsgespräch verbunden.

„Das Ziel ist, Abhängigkeiten und gefährliche Konsumhandlungen zu verhindern sowie die Häufigkeit des Substanzkonsums zu reduzieren“, sagte Klose. Der Konsum von Partydrogen und neuen psychoaktiven Substanzen sei mit vielfältigen Risiken verbunden, zu denen insbesondere die unklare Zusammensetzung des jeweiligen Stoffes gehörten. Der Minister möchte nicht bis zur Gesetzesänderung warten: „Der Bund könnte den antragstellenden Ländern die Möglichkeit einräumen, im Rahmen von wissenschaftlich begleiteten Modellprojekten entsprechende Vorhaben schon vorher zu realisieren“, schlägt Klose vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare