Hessen-Wahl

Die NPD zerfällt

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Nach dem miserablen Abschneiden bei der Landtagswahl dürfte die NPD politisch endgültig bedeutungslos werden. Ein Kommentar von Hanning Voigts.

Es ist ja nicht so, dass die NPD in den vergangenen Jahren ein politisches Schwergewicht in Hessen gewesen wäre. Im Gegenteil. Trotzdem musste man die Rechtsextremen im Auge behalten: In ihren Hochburgen, wo sie kommunalpolitisch verankert ist, war die NPD durchaus manchmal für eine Überraschung gut.

So wie im März, als die Partei ein Rechtsrock-Festival in Wetzlar ankündigte und das juristische Tauziehen um die lokale Stadthalle bundesweit Schlagzeilen machte. Zudem muss man die NPD allein deshalb beobachten, weil sie eng mit der gewaltbereiten Neonazi-Szene verknüpft ist.

Das miserable Abschneiden bei der Landtagswahl könnte die Lage jetzt allerdings verändern. Wenig spricht dafür, dass die hessische Führungsriege den Laden hinschmeißt – die zentralen Figuren haben schlicht keinen anderen Lebensinhalt als die NPD. Aber politisch dürfte die Partei endgültig bedeutungslos werden.

Ein zentraler Grund für den Absturz der NPD ist das Erstarken der AfD. Deren zukünftiger Landtagsabgeordneter Andreas Lichert etwa verfügt über gute Kontakte in die neurechte Szene. Am Wahlabend sprach er vom „Kulturmarxismus“ der hessischen CDU – ein beliebtes Schlagwort bei rechtsextremen Paranoikern. Wenn Leute wie Lichert bald im hessischen Parlament sitzen – wer braucht da noch die NPD? 

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