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Der Kreisel wird verschwinden, zwei Kreuzungen ihn ersetzen – ob das Modell auch für eine Veranstaltungshalle reicht, ist fraglich.

Ausschreibung der Multifunktionshalle

Weiter warten auf Halle am Kaiserlei

Die Ausschreibung der Multifunktionshalle wird sich weiter verzögern. Die Stadt Frankfurt will nun das Verkehrsgutachten überarbeiten.

Von Timur Tinç

Vor der Sommerpause im kommenden Jahr könnte die Ausschreibung für die Multifunktionshalle am Offenbacher Kaiserlei kommen. Das sagte Sportdezernent Markus Frank (CDU) bei einer Diskussion am Dienstagabend am Frankfurter Flughafen.

Es ist die x-te Verschiebung des Ausschreibungstermins, der einst für den Sommer 2012, für Anfang 2013 und für Ende dieses Jahr angekündigt war. Im Februar waren Probleme bei der Verkehrserschließung einer möglichen Halle entdeckt worden. Im November gibt es immer noch keine Lösung. „Wir sind dabei, dass das Verkehrsgutachten nachgebessert wird“, sagt Frank.

Fläche steht nur noch bis Ende 2014 bereit

Das Gutachten hatte die Stadt Offenbach seinerzeit erstellt, um die Verkehrszahlen für den Rückbau des Kaiserlei-Kreisels zu erheben – ohne dass eine Halle miteinberechnet worden ist. Das Sportdezernat hat mittlerweile eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um eine Kalkulation der Verkehrszahlen für mögliche Großveranstaltungen zu erstellen. Das Ergebnis darüber entscheidet, ob eine Ausschreibung erfolgen kann oder nicht.

Im Februar 2012 hatte Offenbach der Stadt Frankfurt eine 20 000 Quadratmeter große Fläche am Kaiserlei bis Ende 2014 zur Verfügung gestellt. Hier könnte eine Multifunktionshalle mit einer Kapazität bis zu 15 500 Zuschauern auf insgesamt 40 000 Quadratmetern entstehen. Fünf Investoren haben dem Vernehmen nach Interesse angemeldet, 130 Millionen Euro in die Halle zu investieren.

Skyliners geht die Luft aus

Markus Frank steckt nun in einem Dilemma: Einerseits will er, dass die Halle so schnell wie möglich kommt, weil das Gelände nur noch ein Jahr zur Verfügung steht, andererseits will er nicht, dass das Projekt scheitert. „Frankfurt braucht eine Multifunktionshalle“, sagt der Sportdezernent. Eine Wertschöpfungsstudie – von der Stadt Frankfurt im August 2011 in Auftrag gegeben – hatte ergeben, dass eine Halle der Stadt mindestens 50 Millionen Euro jährlich bringen würde.

Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter vom Basketball-Bundesligisten Frankfurt Skyliners, mahnt, dass es über kurz oder lang ohne moderne Sportstätte nicht mehr für den Klub in der Ersten Liga weitergeht. „Uns geht die Luft aus“, erklärt Wöbke. Die Skyliners, im Jahr 2004 Deutscher Meister, haben „kein wettbewerbsfähiges Budget“, so Wöbke. Die Vermarktungsmöglichkeiten in der Ballsporthalle sind erschöpft. Ähnliche Probleme hat der Eishockey-Klub Löwen Frankfurt in der Eissporthalle. Dort gibt es, wie in der Ballsporthalle, keine Logen.

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