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Für den ersten hessischen Radschnellweg, der im Herbst in Egelsbach begonnen wurde, ist 2019 eine Verlängerung bis zum Langener Bahnhof angedacht.

Verkehr im Kreis Offenbach

Verbesserungen im Nahverkehr

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Mehr Mobilität in 2019: Im Kreis Offenbach sind mehrere Verkehrsprojekte geplant, die für Fahrgäste, Pendler und Radfahrer Verbesserungen mit sich bringen.

In diesem Jahr tut sich im Kreis Offenbach einiges in Sachen Nahverkehr und Mobilität. Planungen im Radverkehr, bei der Regionaltangente West und der S-Bahn nehmen Fahrt auf, eine App verspricht für den Ostkreis Busverbindungen auf Abruf.

„Bus on demand“ heißt ein Angebot, das Mitte 2019 zuerst in Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen eingeführt werden und bis 2022 kreisweit zur Verfügung stehen soll. Der Bürger kann einem Kleinbus zusteigen, der ihn von der Haustür zu festgelegten Haltepunkten – Rathäusern, Bahnhöfen, Einkaufszentren, Kirchen oder Krankenhäusern – bringt. Der Kunde gibt Standort, Zielpunkt und ungefähren Ankunftszeitwunsch ein, innerhalb von 15 Minuten soll dann der Kleinbus vor der Tür stehen. Die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) lässt derzeit vom Softwareunternehmen „door2door“, das im Ruhrgebiet beheimatet ist, eine entsprechende App entwickeln. Der Kreis Offenbach hatte für das Pilotprojekt einen Förderantrag beim Hessischen Verkehrsministerium eingereicht, und kurz vor Weihnachten kam die heißersehnte Post aus Wiesbaden: Das Hessische Verkehrsministerium übernimmt für drei Jahre bis zu 80 Prozent der Kosten.

Radfahren soll in diesem Jahr sicherer werden. Der Kreis Offenbach gibt 100 000 Euro aus, um Gefahrenpunkte zu entschärfen, an denen Radfahrer vielbefahrene überörtliche Straßen queren müssen. An der Kreisstraße 174, die Rodgau mit Dietzenbach verbindet, fällt der Startschuss. Weitere 145 000 Euro fließen in die Planung für einen Radweg, der Dietzenbach und Dreieich entlang der Kreisstraße verbinden soll. Außerdem wird der Radschnellweg zwischen Frankfurt und Darmstadt, der im Vorjahr in Egelsbach begonnen wurde, nun in Richtung Norden bis zum Langener Bahnhof verlängert.

Vor allem auf der Schiene tuen Verbesserungen dringend Not: Der Kreis Offenbach wird in den kommenden Jahren kräftig wachsen, „aber das, was an ÖPNV da ist, reicht jetzt schon nicht für die Menschen“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU). Lösungen, die den Frankfurter S-Bahn-Tunnel entzerren, seien vonnöten. Zusammen mit der KVG und der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina) hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) deshalb im Dezember 2018 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die verschiedene Ausbauvarianten in Richtung Dieburg prüft. Neben einer Verlängerung der S2 von Dietzenbach über Rödermark-Urberach nach Dieburg sei auch eine Verlängerung der S1 von Rödermark-Ober-Roden nach Dieburg im Spiel, so RMV-Sprecherin Vanessa Rehermann. Ergebnisse, welche Variante die meisten Vorteile bietet, seien wohl im Herbst zu erwarten.

Mit 516 000 Euro beteiligt sich der Kreis Offenbach in diesem Jahr an den Planungskosten für die Regionaltangente West (RTW), und stellt für die beiden Folgejahre weitere rund 1,5 Millionen Euro für die Planung und den Bau bereit. Ob die Stadt Langen wie gewünscht an die Schienenverbindung angeschlossen wird, klärt sich dieses Jahr aber noch nicht. Zum Jahresende wird laut Claudia Jäger die Nutzen-Kosten-Untersuchung der RTW GmbH vorliegen; erst dann werde die Option Langen nachberechnet.

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