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Für Frankfurt-Touristen ist die Fahrt mit dem Ebbelwei-Express Pflicht.

Tourismus in Rhein-Main

Tourismus bringt elf Milliarden ein

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Der Tourismus bekommt eine immer größere wirtschaftliche Bedeutung für die Region. Allein im vergangenen Jahr haben Reisende etwa elf Milliarden Euro im Rhein-Main-Gebiet ausgegeben.

Tagestouristen und Übernachtungsgäste haben der Wirtschaft in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main im vergangenen Jahr fast elf Milliarden Euro Umsatz beschert. Das geht aus einer Studie des Deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr hervor, die der Arbeitskreis für Tourismus Frankfurt/Rhein-Main am Montag in Frankfurt vorgestellt hat.

Schon diese Zahl zeige, dass der Tourismus ein starker Wirtschaftsfaktor für das Rhein-Main-Gebiet sei, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises, der Landrat des Kreises Offenbach, Oliver Quilling (CDU). Er wies darauf hin, dass der Tourismus den Zahlen nach im Jahr 2017 immerhin rund 3,6 Prozent zum Primäreinkommen der Region beigetragen hat. Dieser steuere zudem mehr als eine Milliarde zum kommunalen Steuereinkommen im Rhein-Main-Gebiet bei.

Mehr als 30 Millionen Übernachtungen hat die Tourismuswirtschaft in der Region nach Zahlen der Studie verkauft. Allein die Geschäfts- und Privatreisenden, die in den größeren Beherbungsbetrieben vom Vogelsberg bis Odenwald, Spessart bis Rheingau übernachteten, ließen der Untersuchung nach mehr als vier Milliarden Euro hier, gaben im Schnitt pro Tag gut 163 Euro aus. Dazu kommen rund 132 Millionen Euro von Campern sowie Gästen bei kleinen Betrieben und Privatvermietern.

Am stärksten profitiert das Rhein-Main-Gebiet aber von Tagesreisenden. Diese geben der Untersuchung nach im Schnitt 29,90 Euro am Tag aus und bescheren der Region so einen Umsatz von 6,65 Millionen Euro.

Vom Touristenboom in der Region profitiert besonders das Gastgewerbe, in dessen Kassen gut 45 Prozent des Umsatzes flossen. Auch der Einzelhandel lebt stark von den Reisenden. Diese bringen ihm der Studie nach fast 3,68 Milliarden Euro Umsatz. Etwa ein Fünftel des Geldes, das die Touristen im Rhein-Main-Gebiet lassen, geht an sonstige Dienstleister, also etwa Freizeit- und Kultureinrichtungen, Verkehrsbetriebe oder auch Taxiunternehmer. Weitere Branchen profitieren indirekt vom Tourismus. Dazu zählen der Studie nach etwa das Baugewerbe, Banken- und Versicherungen, Bäckereien und Brauereien.

Die positive Entwicklung im Tourismus sei auch ein Erfolg der zunehmenden Zusammenarbeit in der Region, sagte Quilling bei der Vorstellung der Zahlen in den Räumen des Regionalverbands. Es könne aber noch mehr geschehen. Die Studie zeige, dass nicht nur Frankfurt von den gewachsenen Touristenzahlen profitiere, sondern die Region mitverdiene, sagte Thomas Feda, Geschäftsführer des Arbeitskreises und Frankfurter Tourismuschef. Es gelte aber, diese noch stärker aufzustellen.

Thomas Horn (CDU), Vorsitzender der Initiative Frankfurt/Rhein-Main und Direktor des Regionalverbands, nannte die Voraussetzungen für Tourismus im Rhein-Main-Gebiet ideal. Der Bau des Terminal 3 und des wieder ins Spiel gebrachten Fernbahntunnels werde diese noch verbessern. Die Stadt Frankfurt ermunterte Horn, sich beim möglichen Neubau von Oper und Schauspielhaus für einen großen Entwurf zu entscheiden. „Wenn ich eine Region richtig rocken will, brauche ich ein paar Knallerprojekte“, sagte er.

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