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Peter Arnold und Monika Rohde-Reith, Leiterin des Burgmuseums, mit dem Tablet, das sich Besucher ausleihen können.

Eppstein

Mit dem Tablet durch die Eppstener Burg

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Der Eppsteiner Burgverein übergibt neue Multimedia-Guides ans Museum. Die mittelalterliche Burg ist erstmals digital vermessen worden.

Die einzigen Pläne der Burg Eppstein, mit denen Museumsleiterin und Stadtarchivarin Monika Rohde-Reith bisher arbeiten konnte, waren mehr als 100 Jahre alt. Nun wurde die mittelalterliche Anlage, deren Überreste auf einem Felsen malerisch über der Stadt thronen, komplett neu vermessen. Die digitale Technik und jüngste Grabungsergebnisse brachten dabei Erstaunliches zutage.

„Es ist gut möglich, dass es schon vor der Ersterwähnung im Jahr 1122 eine Turmburg im Osten gab, die später der Wohnbebauung direkt an der Ringmauer weichen musste“, sagt die Museumsleiterin. Der renommierte Burgenforscher Joachim Zeune sei nach der Auswertung von Airborne Laserscans zu diesem Schluss gekommen.

Wer sich künftig am Eingangstor zur Burg einen der neuen Multimedia-Guides ausleiht, die jetzt fertig geworden sind, kann darauf eine Visualisierung dieser ersten Burganlage in Eppstein aus dem Jahr 1100 sehen. Eine weitere Rekonstruktion des adeligen Herrschaftssitzes zeigt die gesamte Anlage im Jahr 1500.

Mit Tablets durch die historischen Mauern streifen und an 19 Stationen Informationen über die Eppsteiner Burg abrufen, können die Besucher schon seit vier Jahren. Zu sehen gab es bislang aber nur eine virtuelle Rekonstruktion der Türmerstube im Bergfried sowie Filme von Veranstaltungen. Auf den neuen Geräten ist weit mehr Anschauungsmaterial gespeichert. Sechs neue Filme zur Burggeschichte wurden mit den Eppsteiner Burgschauspielern gedreht. Dabei geht es um die Entstehungssage rund um Ritter Eppo, die Teilung der Herrschaft Eppstein, den Überfall der Nassauer im Jahr 1417, bei dem die Rittergruppe „Die Eppsteiner“ mitwirkte. In einer der Videosequenzen hat auch Bürgermeister Alexander Simon (CDU) eine Rolle übernommen.

Initiator für die Weiterentwicklung der digitalen Führer durch die Burg war Peter Arnold. Vor allem die digitale Rekonstruktion der historischen Anlage habe ihn begeistert, sagt der Vorsitzende des Burgvereins. Für den Verein alleine wäre das Projekt finanziell allerdings nicht zu stemmen gewesen. Arnold knüpfte Kontakte zur Stiftung Flughafen Frankfurt/Main, die das Vorhaben am Ende mit 40 000 Euro förderte.

Verliehen werden die neuen Multimedia-Guides erst nach der Winterpause, wenn die Stelle des Kastellans wieder besetzt ist. Pläne für die weitere Zukunft gibt es auch schon. „Wir arbeiten daran, dass in absehbarer Zeit jeder Besucher auf seinem Smartphone den Multimedia Guide nutzen kann“, sagt Monika Rohde-Reith. Noch sei die Datenflut aber zu groß, um sie auf dem Mobiltelefon abzurufen.

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