Psychotherapie

Schneller beim Psychotherapeuten

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Die Wartezeiten für das Erstgespräch haben sich verkürzt, nicht aber die zur Therapie.

Die Einführung der Psychotherapie-Sprechstunde hat die Wartezeiten für Patienten in Hessen verringert. Knapp fünf Wochen dauert es in der Regel, bis die Terminservicestelle bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ihnen zu einem Erstgespräch verholfen hat. Nicht verkürzt haben sich hingegen die Wartezeiten auf eine Psychotherapie. Sie beträgt laut Psychotherapeutenkammer Hessen knapp 15 Wochen. Besonders schlecht sei die Versorgung in den Landkreisen Odenwald, Schwalm-Eder, Werra-Meißner sowie Hersfeld-Rotenburg. Die Planung der Psychotherapie-Praxissitze müsse dringend dem Bedarf angepasst werden.

Seit April 2017 vermitteln die Terminservicestellen Patienten mit einer Überweisung nicht nur innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt, sondern auch ein Erstgespräch mit einem Psychotherapeuten, um abzuklären, ob eine ambulante Psychotherapie zeitnah erforderlich ist. Laut Kammer hat sich die Neuregelung als Steuerungsinstrument bewährt. Sie erleichtere auch den Zugang für sonst unversorgte Patientengruppen. Handlungsbedarf bestehe demnach nicht in der Steuerung der Patienten, sondern in der Bedarfsplanung der Praxen, speziell auf dem Land. 

Auf Kritik stoßen deshalb die Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass Patienten sich nicht mehr direkt an einen Psychotherapeuten wenden können. Sie sollen zunächst mit einem Arzt über ihre Beschwerden reden, der sie nach Bedarf weitervermittelt. Die Psychotherapeutenkammer Hessen hingegen plädiert für den Erhalt des direkten und niedrigschwelligen Zugangs. Mit ihren Bedenken stehe sie nicht alleine da, sagt Präsidentin Heike Winter. Das Land und weitere Institutionen im Gesundheitswesen teilten sie. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) habe zugesagt, im Bundesrat für eine Streichung der umstrittenen Passage zu votieren. 

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