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Freut sich: Michaela Butz-Strohmeier von den Saunarittern.

Rödermark

Sauna-Aufgüsse kommen gut an

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Das Badehaus in Rödermark kommt langsam aus den roten Zahlen. Das Defizit sinkt nach der Verpachtung der Sauna. Für 2016 weist die Bilanz noch einen Verlust von rund 560.000 Euro aus.

Überaus zufrieden sei er mit der Entwicklung des Badehauses, sagt Erster Stadtrat Jörg Rotter (CDU). Das 2006 eröffnete Schwimmbad samt Sauna gehörte lange zu den Sorgenkindern der Stadt, das Defizit wuchs jährlich, dazu gab es erhebliche Fluktuation im Personalbereich. Seit Oktober 2015 sind Sauna und Gastronomie an einen externen Betreiber ausgegliedert.

Laut der jüngst vorgestellten Jahresbilanz 2016 der Kommunalen Betriebe Rödermark (KBR) ist das Defizit des Schwimmbades deutlich gesunken. Schon im vergangenen Jahr konnte das Defizit von einst 1,2 Millionen Euro um rund 300 000 Euro reduziert werden. Für 2016 weist die Bilanz noch einen Verlust von rund 560 000 Euro aus.

„Die Verpachtung der Sauna war der richtige Schritt“, sagt Rotter mit Blick auf die Zahlen. Auch Michaela Butz-Strohmeier, von den Saunarittern, die eigens zum Betrieb der Sauna eine GmbH gegründet haben, ist zufrieden. „Die Sauna schreibt schwarze Zahlen“, sagt sie, die Anzahl der Mitarbeiter sei auf nun 20 aufgestockt worden.

Das eigens entwickelte Aufgusskonzept werde von den Besuchern sehr gut angenommen, sagt sie. Ihr Mann Bernhard Strohmeier spricht von einem Besucherzuwachs von rund fünf bis sechs Prozent im Jahr, genaue Besucherzahlen lägen noch nicht vor. Vergangenes Jahr hatten sich die Saunaritter 25 000 Besucher als Ziel für 2017 gesetzt – ein immenser Zuwachs, verzeichnete die Sauna zu Zeiten unter städtischer Leitung noch rund 14 000 Besucher.

„Etwas problematisch sind die Sommermonate, da könnte mehr los sein“, sagt Butz-Strohmeier. Gerade dann werde von den Besuchern ein Pool im Außenbereich vermisst. Hoffnung auf den Bau eines Pools kann Rotter ihr nicht machen. „Ansonsten tun wir aber alles, um die Sauna zu unterstützen“, sagt er. Die Ausgliederung sei die richtige Entscheidung gewesen. „Die Stadt spart Kosten und den Bürgern bleibt das umfangreiche Sauna-Angebot erhalten – welche andere Stadt dieser Größe kann auf so ein Angebot verweisen?“, sagt Rotter.

Auch für das Schwimmbad lägen noch keine genaue Besucherzahlen vor, sagt Petra Henkel von der Betriebsleitung der KBR, doch sei sie mit dem vergangenen Jahr sehr zufrieden. Die Erhöhung der Eintrittspreise zu Jahresbeginn habe sich nicht negativ auf die Besucherzahlen ausgewirkt. Knapp 50 000 Euro mussten die KBR in die energetischen Trennungen für Sauna und Gastronomie investieren. Ohne die und die Beiträge zur Sanierung der Straße zum Badehaus stünden wir in der Bilanz sogar noch besser da“, sagt sie.

Für Verstimmung sorgt allein die am Dienstag von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Gebührenerhöhung für die Nutzung des Schwimmbades durch Vereine: Die Freien Wähler kritisieren die Gebührenerhöhung als „indirekte Kürzung der Vereinsförderung“. Ab Januar steigt der Preis für die Bahnstunde von fünf auf sieben Euro, zum Januar 2019 erneut um einen weiteren Euro.

Erster Stadtrat Rotter betont allerdings, dass die Erhöhung notwendig sei. „Ein Schwimmbad bleibt ein Verlustgeschäft, aber alle müssen dazu beitragen, das Defizit gering zu halten.“

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