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Üeberreichung der Frankfurter Dokumente 1948. Von links nach rechts: General P. Koenig, Botschafter Robert D. Murphy und General Lucius D. Clay.

IG-Farben-Haus 1948

Der Weg in die Republik

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Mit der Übergabe der Frankfurter Dokumente bahnte sich vor 60 Jahren die Gründung der Bundesrepublik an. Von Pitt von Bebenburg

Von Frankfurt ging vor 60 Jahren ein großer Schritt zur Gründung der Bundesrepublik aus. Ministerpräsident Roland Koch (CDU) erinnerte jetzt daran, dass die so genannten "Frankfurter Dokumente" am 1. Juli 1948 übergeben wurden. Darin beschrieben die Westalliierten USA, Großbritannien und Frankreich die Bedingungen für die Gründung eines westdeutschen Staates.

Die neun Ministerpräsidenten der Länder und zwei Regierenden Bürgermeister in den Westzonen erhielten die Dokumente im IG-Farben-Haus, dem damaligen Sitz der Amerikaner und heutigen Uni-Campus, aus den Händen der drei Militärgouverneure. "Damit erlangten die Ministerpräsidenten eine Schlüsselrolle im Gründungsprozess der Bundesrepublik Deutschland", sagte Koch. Jeder Militärgouverneur verlas eines der drei Dokumente - Lucius D. Clay für die USA, Brian Robertson für Großbritannien und Pierre Koenig für Frankreich.

Auftrag für eine Verfassung

Das erste der drei Dokumente gab den Auftrag zur Schaffung einer föderalen Verfassung und zur Einberufung einer Verfassunggebenden Versammlung. Das zweite forderte eine Überprüfung und eventuelle Änderung der Ländergrenzen. Das dritte skizzierte die Richtlinien für ein Besatzungsstatut. Nach drei Wochen weiterer Beratungen gaben die Alliieren bei einem weiteren Frankfurter Treffen am 26. Juli 1948 den Weg zur Ausarbeitung des Grundgesetzes frei.

"Das kurz zuvor gegründete demokratische Land Hessen und sein Ministerpräsident Christian Stock haben in dieser Phase eine wichtige und konstruktive Rolle spielen können", lobte Ministerpräsident Koch. Er dankte den Westalliierten, die für einen demokratischen und föderalen Staat eingetreten seien.

Eine Ausstellung "Von den Frankfurter Dokumenten zum Grundgesetz", die im März in der hessischen Landesvertretung in Berlin gezeigt wurde, soll nach Angaben der Landesregierung Anfang nächsten Jahres in Wiesbaden zu sehen sein.

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