Hessen

Noch keine Klarheit über Polizeischüsse

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Ermittlungen nach Tod eines Afghanen in Fulda laufen noch. Beamter wieder im Dienst.

Die Ermittlungen zu den tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen 19-jährigen Mann aus Afghanistan in Fulda im April laufen noch. Das hat Innen-Staatssekretär Werner Koch (CDU) am Dienstag im Innenausschuss des Landtags berichtet.

Die Ermittlungen würden vom Landeskriminalamt geführt, antwortete Koch auf Fragen des Linken-Innenpolitikers Hermann Schaus. Dadurch sei ausgeschlossen, dass der Polizist, der geschossen hatte, Zugang zu den Ermittlungsakten bekomme.

Der Afghane hatte nach Angaben der Polizei und von Augenzeugen in den frühen Morgenstunden des 13. April in der Fuldaer Innenstadt vor einer Bäckerei randaliert und eine Scheibe eingeschlagen. Anschließend soll er erst einen Lieferanten und dann Polizisten angegriffen haben. Ein Beamter schoss zwölf Mal auf den jungen Mann. Vier Kugeln trafen ihn, zwei waren tödlich.

Laut Landesregierung erlitt der attackierte Polizist Prellungen. Er habe acht Tage nach den tödlichen Schüssen wieder seinen Dienst versehen, zitierte der Abgeordnete Schaus aus Angaben des Innenministeriums.

In Fulda hatten Bewohner der Flüchtlingsunterkunft demonstriert, weil sie den Polizeieinsatz für unverhältnismäßig hielten. Der Vorsitzende des Fuldaer Ausländerbeirats, Abdulkerim Demir, warf der Polizei „aggressives Verhalten“ vor. Dafür wurde er von Politikern der CDU scharf kritisiert.

Das Innenministerium konnte Fragen der Linken mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht beantwortet. Koch konnte nicht zusagen, dass sich daran etwas ändert bis Januar, wenn die Wahlperiode des Landtags endet. Schaus will seine Fragen im neuen Landtag erneut einbringen.

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