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Obdachloser am Frankfurter Flughafen.

Obdachlos am Flughafen Frankfurt

Mehr Hilfe für Obdachlose

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Rund 200 Obdachlose Menschen halten sich am Frankfurter Flughafen auf, viele von ihnen dauerhaft. Die Fraport finanziert für sie jetzt eine zweite Sozialarbeiterin.

Die Flughafenbetreiberin Fraport finanziert für zwei Jahre die Stelle einer zweiten Sozialarbeiterin, die obdachlose Menschen am Frankfurter Flughafen unterstützen soll. Wie die Frankfurter Diakonie mitteilte, stellt die Fraport dafür bis zum Jahr 2020 insgesamt 140 000 Euro zur Verfügung. „Die Anzahl wohnungsloser Personen am Flughafen Frankfurt ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, sagte Michael Müller, Vorstandsmitglied der Fraport. „Wir sehen die Not der Menschen und möchten dazu beitragen, sie zu lindern und den Personen bei der Rückkehr in die Gesellschaft zu helfen.“ Zugleich sei man den Kunden des Flughafens verpflichtet, den Fluggesellschaften und Passagieren.

Nach Schätzung der Diakonie halten sich rund 200 Obdachlose regelmäßig am Flughafen auf, 40 bis 60 von ihnen leben praktisch dauerhaft dort. Das Flughafengebäude ist bei obdachlosen Menschen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet sehr beliebt, weil es relativ sicher und im Winter beheizt ist, weil es dort saubere sanitäre Einrichtungen gibt und man etwa mit dem Sammeln von Pfandflaschen leicht etwas Geld verdienen kann.

Um den Betroffenen zu helfen und sie zu beraten, organisiert die Diakonie schon seit September 2016 eine aufsuchende Sozialarbeit im Flughafen. Sozialarbeiterin Kristina Wessel konnte nach Angaben der Diakonie bislang 50 Menschen dabei helfen, eine neue Lebensperspektive in einem Wohnheim und teilweise in ihren Heimatländern zu finden. Wessels Stelle wird von der Stadt, der Diakonie und dem Landeswohlfahrtsverband finanziert. Die Fraport stellt ihr ein Büro und seit Anfang des Jahres auch einen Kleinbus mit Fahrer zur Verfügung, mit dem Obdachlose zu Ärzten und Behörden oder ins Diakoniezentrum „Weser 5“ im Bahnhofsviertel gefahren werden können, um dort zu duschen oder ihre Kleidung zu waschen. 

Die Arbeit aufteilen 

Mit dem zusätzlichen Geld von der Fraport hat Wessel nun erstmals eine Kollegin bekommen. Wie die Diakonie mitteilt, hat die Sozialarbeiterin Malgorzata Zambron Pädagogik und Geschichte studiert, zuletzt als Migrationsberaterin für Wohnungslose in Wiesbaden gearbeitet und ihre Arbeit am Flughafen bereits im Mai aufgenommen. Aufgrund ihrer Sprachkenntnisse komme sie besonders gut mit Obdachlosen aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern in Kontakt.

Kristina Wessel selbst sagte der Frankfurter Rundschau, mit ihrer neuen Kollegin könne sie sich die Arbeit wesentlich besser aufteilen und dadurch Beratungsgespräche, Rundgänge im Flughafengebäude oder Begleitungen zu Ärzten und Behörden besser unter einen Hut bekommen. „Das war vorher ein riesiger Spagat“, sagte Wessel. Seit sie mit Malgorzata Zambron zusammenarbeite, sei es auch möglich, zweimal die Woche eine offene Sprechstunde für Obdachlose anzubieten. Zambron bringe ihren Klienten zum Teil auch etwas Deutsch bei. Zu zweit seien sie außerdem besser ansprechbar für Polizei oder Sicherheitsdienst, wenn diese etwa inen Obdachlosen bemerkt hätten, der dringend Hilfe brauche.

Zudem habe sich ihre Arbeitssituation durch neue Büroräume auf der Empore in Halle C des Terminals 1 verbessert, sagte Wessel. „Mein altes Büro war sehr ablegen und für die Klienten schwer zu finden.“

Auch die Stadt Frankfurt freut sich über die verbesserten Hilfsangebote für die Betroffenen am Flughafen. „Wir begrüßen es sehr, dass die Fraport zusätzliche Mittel in die Hand nimmt“, sagte Manuela Skotnik, Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), am Freitag der Frankfurter Rundschau. „Wir sind sehr froh, dass da jetzt etwas entsteht.“

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