Fluglärm

Lobbyisten mahnen bei der Fluglärm-Politik

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Lärmgegner fordern ein neues Luftverkehrsgesetz. "Pro Flughafen" warnt vor Beschränkungen.

Die Entwicklung des Frankfurter Flughafens wird in den Koalitionsverhandlungen von CDU und Grünen ein wichtiges Thema werden. Interessengruppen haben sich daher mit ihren Forderungen an die Verhandlungsführer gewandt.

Grüne Fluglärmgegner aus den Kreisen Main-Taunus und Groß-Gerau dringen darauf, dass die neue hessische Regierung die Initiative für ein neues bundesweites Luftverkehrsgesetz ergreift. Es solle mehr Schutzrechte vor Fluglärm und Schadstoffen enthalten, heißt es in einem Schreiben der Aktivisten an die Grünen-Minister Tarek Al-Wazir und Priska Hinz.

Zudem müsse Hessen eine Ausweitung des Nachtflugverbots angehen und späte Flüge zwischen 23 und 24 Uhr stärker sanktionieren, schreiben die Initiatoren des Briefs, der ehemalige Landtagsabgeordnete Dirk Treber und die Hochheimer Stadtverordnete Birgit von Stern.

Gegen „weitere Beschränkungen“ für den Flughafen spricht sich dagegen die „Bürgeraktion Pro Flughafen“ aus, in deren Vorstand der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch und der FDP-Landtagsabgeordnete Jörg-Uwe Hahn sitzen. Die Gruppierung warnt in Schreiben an CDU und Grüne, damit könnte „die Region von den globalen Trends abgekoppelt“ werden. Der Flughafen sei „ein entscheidender Baustein für die Entwicklung der Region“.

„Pro Flughafen“ hält Fluglärm für ein „nachrangiges Thema“, wie es in den Briefen heißt. Ein Hinweis darauf sei, „dass immer mehr Menschen in die als belastet geltenden Gebiete ziehen und dort auch horrende Preise zahlen“. Zum anderen seien sehr viel mehr hessische Bürger vom Lärm von Straßen- und Schienenverkehr betroffen als von Fluglärm. Die Lobbyisten zitieren Zahlen des Bundesumweltamts. Danach werden tagsüber knapp 900.000 Menschen durch Straßenlärm mit mehr als 55 Dezibel belastet und gut 815.000 mit Schienenlärm. Fluglärm betreffe dagegen nur 190.000 Menschen. Nachts falle dieses Verhältnis noch drastischer aus.

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