Nacht der Museen

Kunst trifft auf Party

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Die Nacht der Museen am 23. April in Frankfurt und Offenbach hat Partycharakter. Sie soll Leute in die Museen ziehen, die dort sonst nie hingehen.

Dirty-Dancing-Hüftkreisen im Museum für Kommunikation, Latin-Musik im Senckenberg Naturmuseum, Hip-Hop-Beats im Goethehaus: Kunst trifft auf Partycharakter bei der 17. Nacht der Museen. Am Samstagabend, 23. April, von 19 bis 2 Uhr kann man das in rund 40 Museen in Frankfurt und Offenbach erleben. Shuttlebusse verbinden die Häuser von Höchst bis Offenbach.

„Der Partycharakter ist bei der Nacht der Museen gewollt“, sagte der Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) bei der Vorstellung des Programms. Es sollen Leute in die Museen gehen, die sonst eigentlich nur deren Außenfassade kennen und schnell weiterlaufen. Bei der Nacht der Museen gibt es zudem Performances, Lesungen, Live-Musik, Führungen und kulinarische Genüsse. Neben dem Bus-Shuttle auf vier Linien kann man dieses Jahr erstmals mit mehreren Zügen der historischen Straßenbahn zwischen Zoo, Altstadt und Sachsenhausen pendeln. Ein Shuttle-Schiff verkehrt zwischen Holbeinsteg und Eisernem Steg.

Seit 2011 ist nun auch wieder Höchst dabei – und zwar gleich mit fünf Museen. Besucher können sich etwa durch die 830 erbaute Justinuskirche, Justinuskirchplatz, einer der ältesten und besterhaltenen karolingischen Kirchen Deutschlands, führen lassen. Im Bolongaropalast, Bolongarostraße 109, kann man sich Selfies in Stick-Optik machen lassen oder sich Tänze des Barock und Rokoko ansehen. Kurz vor Mitternacht wird Michael Quast zu „Herr Bimbler in der Nachtkapp“ und liest Texte von kauzigen Originalen. Bis um 5 Uhr morgens wird später zu Techno und Disko-Beats gefeiert. Die Gartenfassade wird hübsch beleuchtet erstrahlen. Das ist eine prima Gelegenheit, den Bolongaropalast noch einmal mit all seinen Schäden zu sehen, findet Henning Brandt, der Leiter der Verwaltungsstelle Höchst. Denn spätestens Anfang 2017 soll der Umbau beginnen.

Aber auch Offenbach präsentiert, was es kulturell zu bieten hat. Das Ledermuseum, Frankfurter Straße 86, zeigt seine Lieblingsstücke wie die goldene Handtasche, die die japanische Prinzessin Masako zu ihrer Hochzeit 1993 trug. Noch dazu kann man hier einen Swing- und Rock’n’Roll-Crashkurs ausprobieren. Im Haus der Stadtgeschichte, Herrnstraße 61, können Besucher mit einer Buchpresse Georg Büchners „Hessischen Landboten“ selbst drucken.

In einer großen Sonderschau zu Joan Miró zeigt die Schirn bedeutende Malerei des 20. Jahrhunderts. Die Maniera-Ausstellung im Städel, Schaumainkai 63, lädt zum Erkunden des Florenz der Medici ein. Im Museum Angewandte Kunst (MAK), Schaumainkai 17, begibt man sich bei „The Happy Show“ von Design-Ikone Stefan Sagmeister auf die Suche nach dem Glück. Wer Kunst für die Wohnzimmer-Wand haben mag, kann bei der Benefiz-Auktion von EY im MAK diese ersteigern (19.30 bis 21 Uhr). Die Werke kommen von Nachwuchskünstlern der Städelschule und der Hochschule für Gestaltung in Offenbach.

Hauptwerke von Marcel Duchamps, Andy Warhol und Claes Oldenburg haben ihren Weg aus Tate Modern, Centre Pompidou und MMK 1 in „Das imaginäre Museum“ gefunden und sind im MMK 2, Taunustor 1, zu entdecken.

Im Museum für Kommunikation, Schaumainkai 53, steht alles im Zeichen der 80er: „What a feeling! A night of the 80s“. Live-Graffiti, Breakdance, eine Tina-Turner-Coverband und die Tanzschule von Monika Bauer bringt den Besuchern die Tanzschritte zu Dirty Dancing und Footloose bei. Die passende Ausstellung „Berührt – Verführt“ zeigt legendäre Werbespots wie die sommerfröhliche Eiswerbung „Like Ice in the Sunshine“ oder erweckt das von schönen Leuten unter Palmen tanzende „Bacardi Feeling“.

Im Zoo Frankfurt heißt es „Guck mal, was da krabbelt“. Dazu bietet der Zoo einen Einblick in die Welt der Insekten – und zwar mit Führungen, aber auch einem Vortrag von zwei Insektenköchen. Ihr Thema: „Knabberzeug – Insekten schmackhaft gemacht!“

Das Caricatura Museum, Weckmarkt 17, zeigt Werke des Cartoonisten BeCK. Dieser wird in der Nacht vor Ort sein und eine Cartoon-Lesung geben (19.30; 21.30 und 23.30 Uhr). Außerdem lernt man, wenn man das denn möchte, von den Hirameki-Meistern Rudi Hu und Peng wie man Kleckse richtig ausmalt (19.15 und 20.45 Uhr).

Eine Off-Location ist das Skyline Plaza. Mit Blick auf die Wolkenkratzer kann man bei Betty Rieckmanns Installation „Enlightenment Machine“ die Licht-Choreografie mitbestimmen und so den Dachgarten des Skyline Plazas, Europaallee 6, erstrahlen lassen. Von 19 bis 21 Uhr gibt es zudem stündliche Führungen hinter die Kulissen des Einkaufszentrums. Ab 23 Uhr ist dann Party-Zeit: Die DJs legen Soul, House und Club-Beats auf.

Im Deutschen Architekturmuseum, Schaumainkai 43, geht es bei der Ausstellung „Studio Mumbai“ um die Wiederentdeckung des indischen Handwerks. Ab 20.30 Uhr zeigt eine indische Tänzerin eine Performance aus Musik, Tanz und Poesie. Ab 22 Uhr gibt es Indian Vibes zum Abtanzen bis um 2 Uhr morgens.

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