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Ihn hatte die Junge Union in Hessen tatkräftig unterstützt - genutzt hat es nicht viel: Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Landtagswahl Hessen

JU kritisiert Wahlkampf ohne Biss

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Die Junge Union in Hessen beklagt müde Slogans bei der hessischen Landtagswahl, das falsche Personal und den Mangel an einer Zukunftsvision.

Die Junge Union (JU) rechnet schonungslos mit dem Landtagswahlkampf der CDU ab. Sie hatte mit 27 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit mehr als 50 Jahren erzielt. „Um für kommende Wahlen wieder bestens aufgestellt zu sein und den Willen zur Gestaltung Hessens wieder spürbarer werden zu lassen, muss dieser Wahlkampf auch seitens der CDU noch gründlich aufgearbeitet werden“, heißt es in einem JU-Beschluss unter dem Titel „Damit die CDU stark bleibt“.

Deswegen müsse die Partei einen außerordentlichen Landesausschuss einberufen, fordert die Junge Union. Ein Landesausschuss ist ein kleiner Parteitag der CDU, der in der Regel ohne Öffentlichkeit tagt.

Manfred Pentz in der Kritik

Der Beschluss wurde von der JU am Wochenende bei ihrem Landesausschuss in Offenbach gefasst. „Unser Anspruch ist es, die CDU zur modernen Volkspartei weiterzuentwickeln, die CDU-Handschrift wieder sichtbar zu machen und Wahlen mit über 35 Prozent zu gewinnen“, formulierte der JU-Landesvorsitzende Stefan Heck. „Regierungspartei oder stärkste Kraft zu sein, reicht uns nicht aus.“

Zur Diskussion hatte der CDU-Nachwuchs den hessischen Generalsekretär Manfred Pentz eingeladen, der für den Wahlkampf verantwortlich zeichnete. Er kommt in der JU-Analyse nicht gut weg.

„Schon während der vergangenen fünf Jahre war von Partei und Fraktion zu wenig in der Öffentlichkeit zu hören“, schreibt die Junge Union. „Im Wahlkampf war der fehlende Antrieb besonders zu spüren. Auf die sinkenden Umfragewerte gab es seitens des Generalsekretärs die immer gleichen Aussagen.“ Dem Landtagswahlkampf habe der „Biss“ gefehlt, beklagen die jungen Christdemokraten. Sie hatten Ministerpräsident Volker Bouffier mit großem Einsatz unterstützt.

Die Kritik umfasst den ganzen Wahlkampf. Nach Ansicht der JU waren Slogans und Plakate zu unauffällig, die Themen nicht prägnant und es gab zu wenige junge und weibliche Kandidaten. Es sei nicht gelungen, „Elemente einer spannenden Zukunftsvision zu vermitteln“. Hinzu kam noch der Streit auf der Bundesebene. Parteichefin Angela Merkel habe es nicht vermocht, die Partei zu einen. „Die Junge Union Hessen begrüßt daher die Ankündigung der Parteivorsitzenden, beim Bundesparteitag nicht wieder für den Vorsitz zu kandidieren.“

Aufgefallen ist der Jungen Union eine „große Enttäuschung von uns traditionell zugeneigten Wählergruppen“. Sie nennt ausdrücklich Landwirte und Jäger.

Der Nachwuchs verbindet diese Feststellung mit einer Mahnung an die Verhandlungsgruppe, die derzeit eine neue schwarz-grüne Koalition vorbereitet. Es gelte, bei den Koalitionsverhandlungen „keine zu großen Zugeständnisse zu machen, um die Entfremdung dieser wichtigen Gruppen von der Union zu begrenzen“, fordert die JU.

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