Landtag Hessen

Ein Kommen und Gehen

  • Pitt v. Bebenburg
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Nie ist die Wertschätzung so groß wie dann, wenn man verschwindet. Unser Korrespondent Pit von Bebenburg, der aus dem hessischen Landtag berichtet, erläuert, warum.

Im Landtag sind alle schrecklich nett zueinander. Diesen ungewöhnlichen Eindruck musste jeder mitnehmen, der in dieser Woche den Plenarsitzungen zugeschaut hat.

Sonst ist ja gerne ein großes Schimpfen und Dazwischenrufen, oft an oder jenseits der Grenze zur Beleidigung. Diesmal aber: langer, herzlicher Beifall von allen Seiten für Jan Schalauske, Florian Rentsch und Peter Stephan. Umarmungen, Blumen, Geschenke.

Für den Linken-Landesvorsitzenden Schalauske, weil er erstmals dabei war (für den ausgeschiedenen Willi van Ooyen) und eine Rede hielt. Für FDP-Fraktionschef Rentsch und den CDU-Energiepolitiker Stephan, weil sie sich aus dem Landtag verabschiedeten. Für den Moment überwog nicht der Verdruss über die gegensätzliche Meinung, sondern die Erkenntnis, dass auch Abgeordnete der Gegenseite mit Herzblut und hohem Zeitaufwand für ihre Überzeugungen und für demokratische Politik streiten.

Es ist ein einziges Kommen und Gehen im Landtag. Wer weiß schon, welche Abgeordneten noch das Parlament verlassen, um einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger Zeit zu geben, sich vor der Landtagswahl 2018 bekannter zu machen. Zudem steht im Herbst der nächste Umbruch bevor, wenn Politiker vom Land- in den Bundestag wechseln und Platz für weitere Neulinge machen.

Nach dem Landtag, so wünschte es die Grüne Angela Dorn dem „feinen Menschen“ Peter Stephan, möge er eine „schöne Zeit“ genießen. Landtagsvizepräsident Frank Lortz (CDU) meldete augenzwinkernd Zweifel an. „Ich weiß nicht, ob es ohne uns eine schöne Zeit werden kann.“

Pitt von Bebenburg berichtet von Wechsel und Konstanz im Landtag. Er twittert: @PvBebenburg

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