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Immer mehr Kommunen in Hessen fordern von Katzenhaltern, dass sie ihre freilaufenden Tiere kastrieren lassen.

Tiere in Hessen

Katzen in Hessen sollen kastriert werden

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24 Kommunen in Hessen beschließen eine Katzenschutzverordnung, um die unkontrollierte Vermehrung der Tiere zu stoppen.

Das Bündnis „Pro Katze“ stellt 5000 Euro für die Kastration von Katzen bedürftiger Menschen aus Wiesbaden zur Verfügung. Mit der Aktion wollen die Tierschützer nicht alleine Haltern mit kleinem Budget finanziell unter die Arme greifen. Sie wollen auch die Vorbildrolle der Landeshauptstadt herausstellen, in der seit Dezember eine Katzenschutzverordnung gilt. Hessenweit haben mittlerweile 24 Städte und Gemeinden solche Regelungen beschlossen, von denen Experten sich eine Lösung für das Problem der verwilderten Stubentiger erhoffen. Die bundesweit erste Stadt war Darmstadt.

Das Bündnis „Pro Katze“ ist ein Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen Tasso, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz. Unterstützt wurde es am Donnerstag vor dem Wiesbadener Rathaus von den hessischen Landtagsabgeordneten Ursula Hammann (Grüne) und Astrid Wallmann (CDU) sowie der Landestierschutzbeauftragten Madeleine Martin. Sie appellierten an andere hessische Kommunen, ebenfalls eine Verordnung nach dem Vorbild Wiesbadens zu verabschieden. Dort müssen Katzen, denen unkontrollierter Freigang gewährt wird, zuvor kastriert, durch einen Mikrochip oder eine Tätowierung gekennzeichnet, und in einem Haustierregister eingetragen werden.

In Hessen ist das seit April 2015 möglich. Mit einem „Delegationsverfahren“ hatte die Landesregierung die rechtliche Grundlage für die Kommunen geschaffen. Die Verordnung setzt bei der Verantwortung der Halter an. Doch es gibt auch Tiere, die ein Dasein als Streuner fristen. Eine halbe Million Katzen könnten es hessenweit sein, die sich auf Friedhöfen aufhalten, auf Brachflächen, rund um Bauernhöfe. Sie sind halb verhungert, krank, verfloht, übersät mit Zecken. Und sie vermehren sich mit ihresgleichen oder mit jenen Artgenossen, die unkastriert auf Freigang sind, aber am Abend wieder ins warme Menschenwohnzimmer zurückkehren.

Um hier den Vermehrungsprozess zu stoppen, hat der Landestierschutzverband vor dreieinhalb Jahren ein Katzen-Kastrationsmobil in Betrieb genommen. Rund 600 Tiere pro Jahr können in der rollenden Arztpraxis operiert werden. Finanziert wird sie aus Spendengeld, örtliche Tierschutzvereine können sie anfordern. Eine Aktion, die gut vorbereitet sein muss. Nachdem der Aufenthalt der Streuner ausgemacht ist, werden sie mit Ködern gelockt und betäubt. Die Kastration geht relativ flott: 15 Minuten beim männlichen Tier, 30 Minuten beim weiblichen. Dann werden sie in ihrem Revier wieder ausgesetzt.

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