Agrarwoche eröffnet

"Höfe haben Zukunft"

Hessens Bauern bilden mehr Lehrlinge aus.

Eine "Vernachlässigung deutscher Interessen" bei der EU hat der hessische Bauernverband beklagt. "Die deutschen Volksvertreter in Brüssel und Straßburg werden von deutschen Steuergeldern bezahlt, und deshalb müssen sie auch für die deutschen Bürger eintreten", sagte Bauernpräsident Friedhelm Schneider am Dienstag zur Eröffnung der 61. Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen in Baunatal. Deutschland müsse dafür sorgen, dass Wettbewerbsnachteile abgebaut würden.

"In diesem Jahr wird in Hessen, im Bund und in Europa gewählt. Die Landwirte werden geschlossen auftreten, Stärke zeigen und dafür sorgen, dass die deutsche und europäische Politik wieder agrarfreundlicher wird." Die jährliche Agrarwoche in Baunatal ist laut Veranstalter die größte nach der Grünen Woche in Berlin.

Die Landwirtschaftsminister von Niedersachsen und Hessen, Hans-Heinrich Ehlen (CDU) und Wilhelm Dietzel (CDU), unterstützten den Bauernverband. "Die deutschen Länder müssen mehr Einfluss nehmen. Aber wir dürfen auch nicht erst aufwachen, wenn die Beschlüsse da sind, dann werden die mit Zähnen und Klauen verteidigt. Wir müssen künftig schon ansetzen, wenn die Referentenentwürfe gerade auf dem Tisch liegen", forderte Ehlen.

Dietzel sagte, dass die Bauern in Hessen trotz Krise und Preiseinbruch optimistisch seien. "In den letzten zehn Jahren haben wir immer 300 Lehrlinge im Landesbetrieb Landwirtschaft ausgebildet. Jetzt sind es 440. Die jungen Leute sehen eine Zukunft für die Höfe." Der Strukturwandel gehe aber weiter: "1980 gab es 60 000 Höfe in Hessen, 1990 noch 45 000, und jetzt sind es 23 000. Aber diese Höfe haben Zukunft."

Hessen habe allerdings noch Nachholbedarf bei Biogasanlagen zur Energiegewinnung. So gebe es nicht einmal 90 Anlagen, in Niedersachsen seien es mehrere hundert, in Bayern mehr als 1000.

Vor der Halle hatten Gentechnikgegner mit einem fünf Meter hohen aufblasbaren Schwein gegen ein Patent auf genveränderte Schweine protestiert. dpa

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