+
Kühlbox mit einem Spenderorgan in einem Operationssaal (Symbolbild).

Organspende

Grüttner will Organspende neu regeln

  • schließen

Der hessische Sozialminister fordert eine Widerspruchslösung. Das bedeutet: Jeder Bürger ist ein Organspender ? wenn er nicht ausdrücklich widerspricht.

769 Organspenden meldet die Stiftung Eurotranplant für das gesamte Jahr 2017. Das ist die geringste Zahl von Spenden in Deutschland seit 20 Jahren. Besonders durch die fehlende Transparenz und Unregelmäßigkeiten bei der Verteilung der gespendeten Organe ist die Spendebereitschaft in Deutschland enorm gesunken. Der hessische Sozial- und Integrationsminister Stefan Grüttner (CDU) wirbt nun für die Einführung einer Widerspruchslösung im Organspenderecht. Das bedeutet: Jeder Bürger wäre ein potenzieller Organspender, wenn er das nicht zu Lebzeiten ausdrücklich ablehnt.

Grüttner begrüßt den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der das Transplantationsgesetz hin zur Widerspruchslösung reformieren will. Allerdings sieht das  Modell von Spahn vor, dass auch die Angehörigen eine Organentnahme ablehnen können.

Grüttner erinnerte daran, dass diese Lösung in den meisten anderen europäischen Ländern bereits angewandt wird und die Spenderzahlen um einiges höher sind als hierzulande. „Mit dieser Lösung wird ein Entscheidungsprozess bei jedem Einzelnen in Gang gesetzt. Das heißt: Ich selbst muss für mich aktiv entscheiden. Ich kann diese Entscheidung nicht auf andere - meine nächsten Angehörigen - abgeben.“ (mit epd) 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare