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Ein Blick in die Grube Messel.

Grube Messel

Grabungen in der Grube Messel gehen weiter

Wissenschaftler dürfen im Unesco-Weltnaturerbe Grube Messel wieder graben. Das Land Hessen hebt das Moratorium auf

Die schwarz-grüne Landesregierung erlaubt wieder wissenschaftliche Grabungen im Unesco-Weltnaturerbe Grube Messel. Das vor mehr als einem Jahr erlassene Moratorium sei aufgehoben, teilte Wissenschafts-Staatssekretär Patrick Burghardt (CDU) am Donnerstag mit. „Wir sind frohen Mutes, dass wir 2019 wieder graben können“, sagte der Sprecher des grabenden Senckenberg-Forschungsinstituts, Sören Dörr, in Frankfurt. Senckenberg müsse zuvor noch einen Antrag stellen, gehe aber davon aus, dass dieser genehmigt werde. 2018 könnten die Grabungen aus organisatorischen Gründen noch nicht wieder fortgesetzt werden.

Die Grube Messel gehört seit 1992 dem Land Hessen und wird von der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung mit Sitz in Frankfurt betrieben. Zu den spektakulärsten Entdeckungen aus der Zeit vor 48 Millionen Jahren zählen der Halbaffe „Ida“ und die Urpferdchen. Die Grube ist eine von nur drei Unesco-Weltnaturerbestätten in Deutschland, die beiden anderen sind das Wattenmeer und Buchenwälder.

Die Probegrabungen im Mai und Juni seien „zielführend verlaufen“, sagte Burghardt, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Welterbe Grube Messel gGmbH ist. Es seien unterschiedliche Mess- und Dokumentationstechniken sowie Grabungs- und Bergungsmethoden ausprobiert worden. Dabei seien mehrere Fossilien geborgen worden, darunter Fragmente einer Fledermaus und eines Vogels sowie vollständige Fische.

Hintergrund des Moratoriums waren Bedenken, dass durch die Grabungen der Status als Weltnaturerbe gefährdet werden könnte. Nach 25 Jahren ununterbrochenen Grabens sollten Grabungs- und Dokumentationsmethodik überprüft werden. Die alten Richtlinien aus den 1990er Jahren würden neu ausgearbeitet, erläuterte Dörr.

Das „wirklich faszinierende und besondere Naturdenkmal“ müsse weiterhin erhalten und geschützt werden, sagt Burghardt. Zugleich solle es aber auch wieder der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht werden. Die Besucher sollten zudem wieder vor Ort erleben können, wie die Wissenschaftler arbeiten. (dpa)

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