Die Träger des Hessischen Verdienstordens sind ganz überwiegend Männer.
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Die Träger des Hessischen Verdienstordens sind ganz überwiegend Männer.

Orden in Hessen

Frauen werden seltener ausgezeichnet als Männer

Frauen werden in Hessen seltener mit Orden oder Medaillen ausgezeichnet als Männer. So haben beispielsweise 14 Männer - aber nur eine Frau innerhalb von sechs Jahren die Goethe-Plakette erhalten.

Frauen werden in Hessen seltener mit Orden oder Medaillen ausgezeichnet als Männer. So haben beispielsweise 14 Männer - aber nur eine Frau innerhalb von sechs Jahren die Goethe-Plakette erhalten. Diese Zahlen nannte der Chef der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer (CDU), auf Anfrage mehrerer SPD-Landtagsabgeordneter. Die Goethe-Plakette ist die höchste Auszeichnung des Kunstministeriums. Sie wird seit 1949 in unregelmäßigen Abständen verliehen. Wintermeyer betrachtete den Zeitraum zwischen 2011 und 2016.

Ebenfalls unterrepräsentiert sind weibliche Träger des Hessischen Verdienstordens. Genau 61 Männer und nur 11 Frauen haben ihn innerhalb von sechs Jahren erhalten, wie die Staatskanzlei bereits zuvor berichtet hatte. Unter den Frauen befinden sich so bekannte Namen wie die frühere Dressurreiterin Ann Kathrin Linsenhoff aus Kronberg im Taunus, die den Orden im Dezember 2004 verliehen bekam. Mit dem Orden werden hervorragende Verdienste um das Land und seine Bevölkerung gewürdigt, unabhängig von Wohnsitz und Staatsangehörigkeit. Übergeben wird der Orden vom Ministerpräsidenten.

Lediglich der Elisabeth-Selbert-Preis wurde seit 2011 ausschließlich an Frauen verliehen, wie Wintermeyer berichtete. Die Landesregierung vergibt die mit 10 000 Euro dotierte Ehrung seit 1983 an Menschen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen. Auch beim Thema Pflege ist der Frauenanteil weitaus höher. Mit der Pflegemedaille des Landes wurden im betrachteten Zeitraum 95 Frauen und 40 Männer geehrt.

Wintermeyer erklärte, die Zahl der ehrenamtlich aktiven Frauen sei deutlich geringer als die der Männer. Die Landesregierung wolle keinen prozentualen Frauenanteil festlegen, da sonst Männer überdurchschnittlich lang auf eine staatliche Ehrung warten müssten. Wintermeyer rief stattdessen dazu auf, verstärkt Frauen für die Auszeichnungen vorzuschlagen.

An diesem Mittwoch ist Internationaler Frauentag. Er wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern organisiert. Seit 1921 wird er jährlich am 8. März gefeiert. 1977 erkannte die UN-Generalversammlung den 8. März als Internationalen Frauentag an. (dpa)

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