Modellprojekt

Frauen in die Kommunalpolitik

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Ein bundesweites Projekt mit Migrantinnen will die Männerdominanz in den kommunalpolitischen Gremien brechen.

Es habe sie immer geärgert, dass es heiße, Migrantinnen würden sich nicht in die Gesellschaft einbringen, sagt Zsuzsanna Dobos de Prada, Vorstandsvorsitzende des Vereins Migramundi. Dabei seien die Frauen oft ehrenamtlich in der Jugend- und Elternarbeit tätig, aber eben nicht auf der politischen Bühne. Damit Migrantinnen mehr über Politik erfahren und lernen, sich dort zu behaupten, initiierte Dobos de Prada mit der Otto-Benecke-Stiftung das bundesweite Modellprojekt „Migrantinnen in die Kommunalpolitik“, das kürzlich in Wiesbaden vorgestellt wurde.

Außer Migramundi beteiligen sich je ein Verein in Düsseldorf, Saarbrücken und Fulda, die jeweils zwölf bis 15 Frauen die politische Weiterbildung ermöglichen. Bis Jahresende sollen diese lernen, wie das politische System in Deutschland funktioniert, wie die Verwaltung aufgebaut ist, für was die Parteien stehen und wie Frauen ihre Interessen in der Politik durchsetzen können.

„Ich will mich auskennen im Land und Vorbild für meine Kinder sein“, sagt Aicha Elyaznasni, 43 Jahre. Seit kurzem ist die aus Marokko stammende Frau beratendes Mitglied im Ausländerbeirat und interessiert sich besonders für die Themen Rhetorik und sicheres Auftreten in der Kommunalpolitik sowie Konfliktlösungsstrategien. Für Elyaznasni geht es auch um ihre persönliche Weiterentwicklung.

„Es ist viel Aufklärungsarbeit nötig“, sagt Initiatorin Dobos de Prada, aber dann würden Migrantinnen gewiss mehr partizipieren und die Männerdominanz in der Politik und insbesondere den Migrantengremien durchbrechen. Geplant ist, Politikerinnen mit und ohne Migrationshintergrund einzuladen. Schirmherrin ist Serap Güler, Staatssekretärin für Integration in Nordrhein-Westfalen (CDU).

Dobos de Prada (63) war lange in der Beratungsarbeit für Frauen tätig.

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