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Der Sound der Hauptbühne: 1,8 Millionen Watt.

Veranstaltungstipp

Feiern mit Superlativ

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Der größte, schnellste und höchste Club, all das will der World Club Dome sein. Vom 2. bis 4. Juni wird im Frankfurter Waldstadion gefeiert.

Frankfurt und elektronische Musik, das ist eine lange Geschichte. Und nicht wenige sagen, es ist vor allem Geschichte. Dorian Gray, Omen, Cocoon – alles längst vorbei. Aber! Dafür ist in den vergangenen Jahren etwas anderes in der Stadt gewachsen, ein Festival elektronischer Musik, das sich als „größter Club der Welt“ verstehen will.

Insgesamt 120 000 Besucher erwarten die Veranstalter an den drei Festival-Tagen des World Club Dome ab kommenden Freitag. Tanzen sollen sie auf 20 Floors; das Festivalgelände erstreckt sich vom Waldstadion bis zum Stadionbad. Rund 200 DJs sollen auflegen, darunter einige Weltstars elektronischer Musik. Zugesagt haben etwa: Hardwell, Robin Schulz, Alle Farben, Gestört aber Geil, Deadmau5, Afrojack und Steve Aoki. DJs also, die kommerziell sehr erfolgreich sind und hierzulande vor allem für eine Richtung elektronischer Musik stehen: Electronic Dance Music (EDM).

Allerdings kann man den World Club Dome schwerlich als EDM-Festival betrachten. Auch weniger massentaugliche House-Richtungen sowie Techno wird zu hören sein. So werden bei der „Pool Session“ im Stadionbad etwa Solomun, Kollektiv Turmstraße und Luciano auflegen. Andhim, DJ Koze und Kink spielen im „Club Forest“, dem Club-Wald. Szenen wie im Berliner Tiergarten zur Loveparade sind im Frankfurter Stadtwald jedoch nicht zu erwarten: Der Floor befinde sich gar nicht direkt im Wald, sagt Bernd Breiter, Initiator des Festivals.

Und dann sind auch noch einige Leute dabei, die Frankfurt vor gut einem Vierteljahrhundert für elektronische Musik bekannt gemacht haben.

Sven Väth und Talla 2XLC etwa. Letzterer beansprucht gar, die Bezeichnung Techno Anfang der 80er in einem Frankfurter Plattenladen erfunden zu haben. Später legte er im Dorian Gray am Frankfurter Flughafen auf, ebenso wie DJ Dag und Taucher. Mittlerweile sind alle drei über 50 Jahre alt, am Freitag sehen sie sich wieder. Denn dann legen sie erneut am Flughafen auf bei der gemeinsam vom Festival-Veranstalter und dem Flughafenbetreiber Fraport organisierten Party „Dorian Gray 2.017“.

Einige Gäste der Flughafen-Party kommen auch mit dem Flugzeug. Wie schon in den vergangenen Jahren hat Big City Beats auch dieses Jahr ein Flugzeug umbauen lassen, mit dem 100 Gewinner einer Verlosung zum Festival fliegen. Der Airbus 340 startet in London und fliegt dann über München nach Frankfurt; im „höchsten Club der Welt“ sollen Afrojack und Robin Schulz auflegen.

Und dann ist da noch der „Club Train“. Oder, um im Superlativ-Sprech von Big City Beats zu bleiben, der „schnellste Club der Welt“. In einem ICE sollen am Freitag 400 Partygäste von Paris über Straßburg und Mannheim mit einer Geschwindigkeit von bis zu 320 km/h nach Frankfurt fahren. Auflegen werden für sie dann Hypercat, Alle Farben und fünf weitere DJs.

Für die Festival-Besucher, die mit gewöhnlichen Verkehrsmitteln anreisen wollen, stehen im Rhein-Main-Gebiet zusätzliche Züge und Busse bereit. Sie fahren an allen drei Festivaltagen von 15 bis etwa 1 Uhr. RMV-Geschäftsführer Knut Ringat betont dazu, dass der Rhein-Main-Verkehrsverbund täglich 2,5 Millionen Menschen befördere. Probleme, an den drei Festival-Tagen insgesamt 120 000 Menschen zum Stadion zu befördern, sieht er nicht.

Vor vier Jahren, als Bernd Breiter zusammen mit seiner Frau Carina den ersten World Club Dome (damals noch „World Music Dome“), organisiert hatte, kamen 20 000 Besucher. Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) findet es „unglaublich“, mit welcher Kreativität das Festival immer größer geworden sei. Der World Club Dome sei heute eine „Visitenkarte für Frankfurt“, sagt er. Tatsächlich exportiert Breiter das Konzept mittlerweile in die Welt. Neben einem World Club Dome in der Arena auf Schalke und auf einem Kreuzfahrtschiff soll es das Event im August erstmalig in Südkorea geben.

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