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Tablet-PC neben Schulbüchern und Schreibutensilien: Hier setzt das neue "Schulportal" für hessische Schulen an.

Schulen in Hessen

Digitale Hilfe für Schüler und Lehrer in Hessen

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Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) schafft mit dem Schulportal Hessen eine Software-Plattform für die Schulen.

Lehrkräfte sollen auf einen Klick ihren Vertretungsplan und digitales Lehrmaterial finden, Schülerinnen und Schüler Anregungen für das Selber- Lernen. All das findet sich künftig auf dem Schulportal Hessen, das am Mittwoch in Wiesbaden von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) vorgestellt wurde.

An vielen Schulen hätten engagierte Lehrkräfte schon Lösungen gefunden, um Computer und mobile Geräte zu nutzen, berichtete Lorz. Hessen wolle die „Zufälligkeit abbauen“, indem es eine gemeinsame Plattform schaffe, die innerhalb von drei Jahren für alle Schulen zugänglich sein soll. Wenn das gelinge, werde Hessen unter den Bundesländern in der „Spitzengruppe“ liegen, sagte Lorz voraus.

„Ich lege Wert darauf, dass wir nicht in einem Digitalisierungsrausch untergehen“, betonte der Minister. Die Schulen sollten „Kulturtechniken“ wie die Handschrift bewahren und zugleich neue Medien pädagogisch sinnvoll nutzen.

Der zuständige Referatsleiter Torsten Brandt berichtete, man sei von der Frage ausgegangen, was Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler brauchen. Nun könnten Lehrerinnen und Lehrer mit Hilfe der Plattform etwa auf Videos, Audios oder Arbeitsblätter zugreifen. Für Schüler gebe es die Möglichkeit, Aufgaben zu bearbeiten und direkt ihren Lehrern zukommen lassen, die wiederum reagieren könnten.

Das Land oder Schulen wären in der Lage, Lehrkräfte über Vorlesewettbewerbe oder einen landesweiten Jugendmedientag zu informieren. Zugleich ermöglicht die Plattform persönliche Einstellungen, bei denen Lehrkräfte nur Materialien für ihre Fächer angeboten bekommen. Dafür können alle Endgeräte genutzt werden, also Computer, Smartphones und Tablets. Für die Umsetzung veranschlagt Kultusminister Lorz rund eine Million Euro an Sachkosten pro Jahr und zwölf Stellen für Entwicklung und Betrieb der Plattform. Damit wird es aber nicht getan sein, denn auch an den Schulen werden Fachleute gebraucht, welche die Geräte und Programme auf dem neuesten Stand halten. „Wir werden auch den IT-Support auf andere Füße stellen müssen“, kündigte Minister Lorz an.

Bisher werde das meist von Lehrkräften mit einem Faible für Computer bewältigt. „Das war eine Lösung für die Anfangsjahre“, räumte Lorz ein. „Deswegen sind wir mit den Schulträgern im Gespräch, wie man das regeln kann.“ Als Schulträger fungieren Städte und Landkreise.

Der FDP-Schulpolitiker Wolfgang Greilich warf Lorz vor, er handle in diesem Bereich weiter nur zögerlich. Was jetzt bereitgestellt werde, hätten viele Schulen nicht nötig. Sie hätten solche Lösungen „der Not gehorchend längst selbst entwickelt und implementiert“.

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