Main-Taunus

CDU-Mann will quer einsteigen

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Norbert Altenkamp (CDU) will die Nachfolge des früheren Bundesforschungsministers Heinz Riesenhuber antreten. Doch sein Parteifreund Martin Heipertz will auch in den Bundestag.

Von „Kampfkandidatur“ will Martin Heipertz nicht sprechen. Der 39-jährige Christdemokrat verwendet lieber das Wort „Vorwahlkampf“. So wie in den USA bei Präsidentschaftswahlen um Delegiertenstimmen geworben werde, solle das auch bei Kandidatur um ein Bundestagsmandat laufen, findet der gebürtige Kelkheimer, der das Referat „Grundsatzfragen der europäischen Politik“ im Berliner Bundesfinanzministerium leitet.

Übers Internet hat der promovierte Politologe, der das virtuelle Netzwerk der CDU Hessen aufgebaut hat und dessen Vorsitzender ist, deshalb sein Interesse um die Nachfolge des früheren Bundesforschungsministers Heinz Riesenhuber für den Wahlkreis 181 angemeldet (). Die Sache hat nur einen Haken. Die CDU Main-Taunus mit ihren zwölf Stadt- und Gemeindeverbänden sowie die christdemokratischen Stadtverbände von Kronberg, Steinberg und Königstein im Hochtaunuskreis haben bereits einstimmig den Bad Sodener Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) zu ihrem Kandidaten erkoren. Die Delegierten sollen die Entscheidung am 12. Januar 2017 bestätigen.

Martin Heipertz, der bereits vor acht Jahren in Frankfurt als „Parteirebell“ von sich reden machte, will bei der Versammlung als Gegenkandidat von Norbert Altenkamp auftreten. Zuvor will er im Rahmen einer „Kampagne“ die CDU-Verbände im Wahlkreis kontaktieren und ihnen sein politisches „Manifest“ präsentieren. Dass er darin zu den Themen Migration und Euro Aussagen trifft, die teilweise gar nicht so weit von denen der AfD entfernt sind, verhehlt er nicht. Er wolle der AfD nicht das Feld überlassen, sagte Heipertz der FR. „Ich will den Wählern signalisieren: Es gibt Leute in der CDU, die haben verstanden.“

Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei und Vorsitzender der Main-Taunus- CDU, nimmt Martin Heipertz‘ politische Ambitionen zur Kenntnis. Für ihn steht allerdings fest: „Norbert Altenkamp ist einer von uns und ein hervorragender Kandidat.“ Martin Heipertz sei nicht Mitglied bei der Main-Taunus-CDU sondern in Frankfurt und im Kreis kaum bekannt. Norbert Altenkamp, der bereits drei Bürgermeisterwahlen in Bad Soden gewonnen hat, findet „eine solche Kandidatur aus der Distanz heraus ungewöhnlich“. „Ich bin ein realer Kandidat“, sagt er.

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