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Das Atomkraftwerk Biblis mit den Blöcken A (rechts) und B.

Biblis

AKW-Pannen trotz Abschaltung

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Seit Monaten sind die beiden Blöcke des südhessischen Atomkraftwerks Biblis abgeschaltet – aber Pannen gibt es immer noch. Alleine im Juli meldete der Kraftwerksbetreiber RWE fünf „Zwischenfälle“ im Block B, die aber allesamt ungefährlich gewesen seien.

Seit Monaten sind die beiden Blöcke des südhessischen Atomkraftwerks Biblis abgeschaltet – aber Pannen gibt es immer noch. Alleine im Juli meldete der Kraftwerksbetreiber RWE fünf „Zwischenfälle“ im Block B, die aber allesamt ungefährlich gewesen seien.

Der jüngere Block B, der seit 1976 Strom produziert, war am 25. Februar für eine planmäßige Revision heruntergefahren worden. Block A, Jahrgang 1974 und damit der der älteste deutsche Atommeiler, wurde am 18. März wegen des Moratoriums der Bundesregierung vom Netz genommen. RWE klagt gegen die Zwangsabschaltung.

Beide Blöcke dürfen nach dem Willen der Bundesregierung nicht wieder ans Netz. Am heutigen Montag hat RWE-Chef Jürgen Großmann wieder Gelegenheit, seine Position in politischen Gesprächen zu vertreten. Er ist Teilnehmer des hessischen Energiegipfels, der an diesem Montag auf Einladung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zum dritten Mal tagt.

In der abgelaufenen Woche meldete RWE Probleme in Biblis B mit einem Schalter für das Notkühlsystem und mit einem Messgerät für das System, das im Notfall die Wasserversorgung übernimmt. Sicherheitsprobleme sah das Unternehmen aber nicht: In beiden Fällen seien die Notfallsysteme vierfach vorhanden, hieß es.

Eine Woche zuvor waren gleich drei Defekte in Biblis B bekannt geworden. Eine Armatur im Frischdampfsystem ließ sich nicht schließen, eine andere im Notspeisewassersystem nicht automatisch öffnen. Im dritten Fall funktionierte ein Absperrsignal ebenfalls im Frischdampfsystem nicht. Auch hier sah der Betreiber keine Gefahren, da die Systeme doppelt bis vierfach vorhanden seien. Schon im Juni war aus Biblis B der Ausfall einer Pumpe und einer Armatur gemeldet worden. Diese Defekte seien bei „umfangreichen Prüfprogrammen zum Revisionsende“ aufgefallen.

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