Maintal

Mehr E-Ladestationen

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Im Rahmen von Greenway 2020 darf Cetiner an zwei Standorten noch jeweils zwei Ladepunkte installieren, die für jeden zugänglich sind. Der Bau weiterer Stationen soll ausgeschrieben werden.

Auch Maintal hat sich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben: Die Stadt hat dafür ein Konzept entwickelt und einen Manager eingestellt, der helfen soll, die Ziele zu erreichen. Eines der wichtigsten: Die CO2-Emissionen sollen bis 2030 um 20 Prozent sinken. Einen Beitrag dazu soll E-Mobilität leisten. Seit vergangenen Sommer läuft das Pilotprojekt Greenway 2020 der Maintaler Firma „4xpress“ und deren Tochterunternehmen „mobiliteet“, die von Ahmet Cetiner geführt werden. An vier Stellen gibt es insgesamt acht Ladepunkte. Gleichzeitig bietet Cetiner mit seiner Elektroflotte Carsharing an.

Das Angebot an Ladestationen in der 40 000-Einwohner-Kommune mit vier Stadtteilen soll ausgebaut werden. Am Montagabend haben die Stadtverordneten einstimmig beschlossen, wie dies auf öffentlichen Flächen geschehen soll: Im Rahmen von Greenway 2020 darf Cetiner an zwei Standorten noch jeweils zwei Ladepunkte installieren, die für jeden zugänglich sind. Der Bau weiterer Stationen soll ausgeschrieben werden, besonders wenn ein Bewerber in größerem Umfang zum Zuge kommen soll. Das gilt allerdings nicht, wenn die Flächen an die städtische Maintal-Werke GmbH (MWG) vergeben werden. Sie hat schon auf städtischen Grundstücken E-Ladestationen geschaffen und sei bereit, das auch auf öffentlichen Arealen zu tun, heißt es in der Vorlage für den Beschluss.

Die Entscheidung ist das vorerst letzte Kapital in einem heftigen und zähen Konflikt um die Förderung von E-Mobilität und Cetiners Projekt, der vor allem im vergangenen Jahr ausgetragen wurde: Kurz zusammengefasst hatte Cetiner eigentlich vor, auf etwa 20 Flächen in Maintal Ladepunkte zu installieren, aus denen Ökostrom der Maintal-Werke kommt. Die ersten acht öffentlichen Punkte förderte die Stadt mit einem Zuschuss von rund 10 000 Euro, kostenfreier Nutzung der Flächen und Installation durch die MWG. Dafür sollten für Elektroautobesitzer in der Stadt 8000 Kilowattstunden aus diesen Steckdosen gratis sein.

Doch die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung kritisierte das Vorgehen des Magistrats und legte das Projekt vorübergehend auf Eis. Die Parlamentarier bemängelten zum Beispiel, dass das Vorhaben nicht ausgeschrieben worden sei und sie zu spät über die Wahl des Betreibers, dessen Pläne und die Förderung informiert worden seien.

Unterstützung mit Landesmitteln

Der Magistrat und Cetiner hielten dem unter anderem entgegen, dass er mit der Idee auf die Stadt zugekommen sei, es keinen anderen Interessenten gegeben und sein Konzept überzeugt habe, allen voran die Kombination aus Ladestationen und Carsharing. Diese „ermöglicht, sich von Maintal aus mit einem PKW CO2-neutral fortzubewegen und somit perspektivisch auf einen Zweitwagen zu verzichten“, sagte Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos).

Das Projekt Greenway 2020 wird auch mit Landesmitteln unterstützt – bei mindestens zwölf Ladepunkten. Dafür hat das Parlament nun den Weg freigemacht. Nichtsdestotrotz ist Cetiner nach wie vor enttäuscht von der Entwicklung und kritisiert, das „zukunftsweisende Projekt, das den Menschen hier hilft, sich umweltfreundlich und flexibel fortzubewegen“, sei zerredet worden. Maintal sei leider „kaum noch eine Option“ für ihn, um zu expandieren – was für die Wirtschaftlichkeit des Projekts notwendig sei.

Mit der bisherigen Nachfrage sei er zufrieden, so Cetiner. Nach seinen Angaben wird sein Angebot mit Stationen und Carsharing von mehr als 100 aktiven Nutzern angenommen, seinen eigenen Kurierdienst nicht eingeschlossen. Die Auslastung bei den schon bestehenden Stationen liege bei 25 Prozent. Sechs E-Autos bietet Cetiner in Maintal bislang an. Mehr sei wegen der geringen Zahl an Ladestationen nicht drin, weshalb er sich auch mit Werbung zurückhalte. Sonst bestünde die Gefahr, Kunden nicht bedienen zu können und sie zu enttäuschen.

Cetiner wird jetzt zusätzlich je zwei Ladestationen auf zwei privaten Flächen in Maintal aufbauen, setzt ansonsten aber auf andere Kommunen im Main-Kinzig-Kreis. Er habe eine ganze Reihe vielversprechender Gespräche, sagte er. Mehr möchte er dazu noch nicht sagen. Als besonders interessante mögliche Standorte dürften aber größere Kommunen gelten, in denen viele Bewohner über die Zug- oder Busanbindung klagen, beispielsweise in Nidderau oder der Kreisstadt Gelnhausen, wo etwa 23 000 Menschen leben. Im Juni spricht der Unternehmer vor der Kreisversammlung der Bürgermeister. Er hofft, viele von ihnen für sein Projekt zu begeistern.

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