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Das erste Modell der neuen E-Bus-Flotte wurde besonders auffällig gestaltet.

Offenbach

Leise und klimafreundlich durch die Stadt

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Die Offenbacher Verkehrsbetriebe stellen erste neue Elektrobusse vor. 3000 Tonnen CO2 sollen mit den 36 E-Bussen jährlich eingespart werden.

Anja Georgi sprach von einem sehr „emotionalen Moment“ und „einem Meilenstein“ in der 136-jährigen Geschichte der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB), Sabine Groß von einem „großen Tag für die Stadt Offenbach“. Die OVB-Geschäftsführerin und die Mobilitätsdezernentin haben am Donnerstag im Rahmen einer digitalen Präsentation die ersten sieben Elektrobusse der Firma Solaris vorgestellt, die mit dem Fahrplanwechsel ab dem 13. Dezember durch Offenbach rollen werden. Vornehmlich auf der Strecke der Linie 104.

29 weitere E-Busse werden in zwei Chargen im Frühjahr und im Herbst 2021 geliefert, so dass am Ende 36 der 87 Stadtbusse elektrisch betrieben sein werden. Davon sind 26 sogenannte Standardbusse und die anderen zehn Gelenkbusse. Mit der Inbetriebnahme der elektrischen Busflotte erhofft sich die Stadt neben der Lärmreduktion C0 2 -Einsparungen von jährlich mehr als 3000 Tonnen sowie 1300 Tonnen Stickstoffoxide und zehn Kilogramm Feinstaub. „Offenbach gehört damit zu den Vorreitern der Verkehrswende“, sagte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.

Die Anschaffung der Elektrobusse sind Teil des Maßnahmenpakets, um den Luftreinhalteplan einzuhalten. Andernfalls hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit Dieselfahrverboten gedroht. Die Kosten für die Beschaffung der E-Busse und der Ladeinfrastruktur liegen bei 25,9 Millionen Euro, davon muss die Stadt 12,7 Millionen Euro der Kosten tragen. Land und Bund fördern das Ganze mit 13,2 Millionen Euro.

Die E-Busse sollen auffallen

Wie sich die Betriebskosten für die neue Busflotte entwickeln, müsse man in der Praxis sehen und Daten sammeln, betonte der stellvertretende OVB-Geschäftsführer Heiko Linne. „Wir gehen davon aus, dass die Betriebs- und Haltungskosten günstiger sind als für konventionelle Busse.“

Die E-Busse sollen auffallen, deshalb wurden sie mit Rehen, Spechten, Eichhörnchen und einer Waldlandschaft gestaltet. In großen Lettern steht geschrieben: „Bessere Luft“ und „Atmen“. Ausgestattet sind die Busse unter anderem mit einem Fußgängerwarnsystem für sehbehinderte Menschen, einem Außenlautsprecher und USB-Ladestationen an den Viererplätzen. Die Batterien befinden sich auf dem Dach und im Heck der Fahrzeuge. Heizung und Klimatisierung erfolgen elektrisch über eine Wärmepumpe.

Die zwölf Meter langen Standardbusse haben 33 Sitz- und 44 Stehplätze, die 18 Meter langen Gelenkbusse 45 Sitz- und 53 Stehplätze. Geladen werden die Busse im Depot mit Ökostrom sowie an einem Außenladepunkt am Kaiserlei. Letzteres müssen die 230 Fahrerinnen und Fahrer übernehmen, die derzeit im Umgang mit den Bussen geschult werden. „Wir haben also noch viel zu tun“, betont Anja Georgi.

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