Wetterau / Main-Kinzig

Wetterau/Main-Kinzig: Buslinien vorerst gerettet

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Nach dem Insolvenzantrag der DeinBus GmbH soll der Betrieb bis Ende Oktober uneingeschränkt weitergehen. In der Wetterau- und im Main-Kinzig-Kreis ist man erleichtert.

Aufatmen können Busnutzer im Wetterau- und Main-Kinzig-Kreis - zumindest vorerst. Keine Linie im Raum Friedberg und im Altkreis Hanau wird mangels Geld ausfallen, heißt es aus den Landkreisen. Am Montag hat das Offenbacher Fernbusunternehmen DeinBus GmbH Zahlungsunfähigkeit gemeldet, mit drohenden Folgen für die regionalen Linien- und Schülerverkehre in den Kreisen. Die von DeinBus beauftragten Subunternehmer ging das Geld für die Betriebskosten aus. Als Insolvenzverwalter wurde Miguel Grosser von der Frankfurter Kanzlei Jaffé bestellt worden. Mit DeinBus vergrößert sich die Schicksalsgemeinschaft. Seit Mai hängt der Bad Vilbeler Stadtbus am seidenen Faden, der von der Viabus gefahren werden. Die Muttergesellschaft, ein Ableger der britischen Metropolitan European Transport, hatte Insolvenz gemeldet.

„Der Kreis und die Kreisverkehrsgesellschaft, die KVG, haben am Montag die Meldung von der DeinBus-Insolvenz erhalten und sofort reagiert“, sagt Frank Walzer, Pressesprecher des Main-Kinzig-Kreises, der FR. „Höchste Priorität hat, dass die Linien weiterlaufen können. Daher hat die KVG den fahrenden Unternehmen das Tankgeld vorgestreckt“, heißt es. 

Das private Fernbusunternehmen wurde 2009 von drei Studenten gegründet.

Die Deutsche Bahn versuchte mit einer Klage den Betrieb zu stoppen, diese wurde jedoch abgewiesen.

2014 musste Insolvenz beantragt werden, laut Unternehmensangaben wegen des harten Preiskampfes in der Branche. Mit einem Investor konnte der Betrieb auf eine neue Gesellschaft übertragen werden. sun

Vor einem Linienausfall wären vor allem Pendler und Schüler aus Langenselbold, Gelnhausen und Nidderau sowie Hanau betroffen. In der Wetterau wären die Nutzer der Linien FB-10 sowie FB-30 bis FB-36 betroffen, darunter auch viele Jugendliche wegen der großen Schulstandorte Friedberg und Bad Nauheim. Ein Subunternehmer soll wegen der Zahlungsschwierigkeiten mit der Betriebseinstellung gedroht haben.

„Seit dem 12. August sind wir rund um die Uhr damit beschäftigt, dass die Linienverkehre weiterfahren“, sagt Sebastian Brunner, Sprecher der Kanzlei Jaffé, auf Anfrage. Im Main-Kinzig-Kreis und in der Wetterau gab es nach Wissen von Brunner keinen Ausfall. Mit dem Insolvenzverfahren könne DeinBus nunmehr die Beschäftigten, die Betriebsausgaben und auch die Tankrechnungen wieder bezahlen. Diese Sicherheit werde voraussichtlich bis zum Ende des Insolvenzantragsverfahren bestehen, das vermutlich bis Ende Oktober dauert. „Bis dahin wird im vollen Umfang gefahren.“

Laut Brunner ist es noch zu früh zu sagen, in welche Richtung es gehen wird. Auch sei noch unklar, ob DeinBus sich aus eigener Kraft oder mit Hilfe eines Investors retten könne und was mit den Regionalverkehren passiere. Es sei nicht einfach, kurzfristigen Ersatz für den Linienbetrieb zu bekommen, weil es im Linienverkehr an Fahrern mangelt, heißt es. Die Laufzeit der Verträge mit dem beiden Landkreisen dauert mindestens bis zum Jahr 2023. „Ziel ist es, dass DeinBus nachhaltig aufgestellt wird“, sagt Brunner.

Dem Vernehmen nach soll die Zahlungunfähigkeit der Rexer-Gruppe in Cawl bei Karlsruhe mit ein Grund sein, dass DeinBus in Probleme geriet. Zu Rexer gehört die VBN Verkehrsbetriebe Nagoldtal GmbH, mit der DeinBus etwa eine Bietergemeinschaft beim Linienbündel im Main-Kinzig-Kreis bildete. Dort erhielten sie als Zweitplatzierte den Zuschlag, als sich die Viabus nach einem ein Jahr dauernden Hin und Her zurückzog. Laut dem Brancheninformationsdienst „Der Rote Renner“ hat Rexer Anfang Juli den Insolvenzantrag gestellt.

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