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Der Bergfried, im Volksmund „Sauerkrautfass“ genannt, ist das älteste Gebäude der Veste Otzberg.

Otzberg

Veste Otzberg wird ausverkauft

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Ein Flohmarkt wird die letzte Veranstaltung vor der geplanten Sanierung der Veste Otzberg sein.

Wer wollte nicht schon einmal etwas vom Inventar einer echten Burg kaufen? Der Traum kann wahr werden: Silvia und Rolf Tilly, die bisherigen Burgherren der Veste Otzberg, laden zum Burgflohmarkt.

Es ist die letzte Veranstaltung, die das Ehepaar im altehrwürdigen Gemäuer im Kreis Darmstadt-Dieburg ausrichtet, bevor dieses vom Land Hessen saniert wird. Die Pächter der Burg geben den Betrieb nach elf Jahren aus gesundheitlichen Gründen auf, wie sie der Frankfurter Rundschau sagten.

„Der komplette Bestand der Burg wird verkauft“, sagt Rolf Tilly. Erwerben könnten die Besucher Möbel, vergangenes Handwerk, kunstgewerbliche Dinge, Küchenzubehör und zudem alten Krempel, auch vom Dachboden und aus dem Keller der Burg – alles, um zu Hause kreative Ideen umzusetzen. Darunter seien Blumenkübel aus dem Burghof genauso wie gastronomisches Inventar und Geschirr, aber auch Stücke aus dem Burgmuseum. „Nichts was wirklich unwiederbringlich ist“, räumt Tilly ein.

Der Burgflohmarkt findet vom 20. bis 23. Juni jeweils von 11 bis 18 Uhr auf der Veste Otzberg, Burgweg 28, statt. Eintritt frei. Infos: www.rolf-tilly.de/veste

Der Tolkienstammtischtrifft sich künftig jeden zweiten Samstag im Monat, von 18 Uhr an in der Vesperstube „Zum Kirschgarten“ in Brombachtal-Hembach. Nächster Termin: 13. Juli. 

Aber dennoch: 80 Prozent der bisher ausgestellten Museumsstücke gehören dem Ehepaar. Die historischen Leihgaben gingen zurück an ihre Eigentümer, alles andere, wofür die Tillys keinen Platz gefunden haben, werde verkauft. „In der Burgschänke, dem Korporalshaus und dem Museum werden die Besucher bestimmt fündig“. so Tilly. Das Spannende: Zum Flohmarkt dürfen die Besucher auch Räume betreten, die sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich waren. Denn alles müsse raus – vom Keller bis zum Dachboden. Es stünden genug ehrenamtliche Helfer zur Verfügung, um beim Verkauf zu helfen, so Tilly.

In der Region ist die im 12./13. Jahrhundert erbaute Veste vor allem für ihren alljährlichen Oster- und Adventsmarkt bekannt. Diese Veranstaltungen fallen nun weg. Andere Events, wie etwa die Hobbit-Tage oder der Töpfermarkt, haben nach den Worten von Rolf Tilly eine andere Bleibe gefunden.

Der Mietvertrag für die Räume des Museums und der Burgschänke endet im Juni. Im Anschluss daran sollen Sanierungsarbeiten erfolgen, die im laufenden Museums- und Gastronomiebetrieb nicht möglich seien, teilte Alexander Hoffmann, Pressesprecher des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) der FR mit.

Eine umfassende Bestandsaufnahme, welche Sanierungsarbeiten erforderlich seien, sei erst nach Ende der Mietzeit möglich. Folglich könnten auch erst zu einem späteren Zeitpunkt konkrete Aussagen getroffen werden, ob und wann die verschiedenen Bereiche wieder für die Öffentlichkeit zugänglich seien. Geplant sei, die Außenanlage der Veste auch während der Bauzeit tagsüber für Besucher zu öffnen, äußerte Hoffmann. Auch der Betrieb des Standesamts soll nach jetziger Planung weiterhin möglich sein.

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