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Michael Roth kämpft für ein offenes Europa, in dem gemeinsame Werte von Toleranz und Menschenrechten gelten.

Michel Roth

Ein bunter Vogel auf dem Weg durch Europa

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Minister Michael Roth könnte sich um Parteivorsitz bewerben.

Er ist locker, unkonventionell, schwul, Vegetarier. Und derzeit besonders präsent. Denn vor der Europawahl hat Michael Roths Kernthema Konjunktur: der Kampf für ein offenes Europa, in dem gemeinsame Werte von Toleranz und Menschenrechten gelten.

Als Staatsminister im Auswärtigen Amt ist der 48-jährige Politologe seit 2013 das Gesicht der hessischen Sozialdemokraten in der Bundesregierung. Heute Athen, morgen Brüssel, übermorgen Bukarest – Roth jettet durch Europa.

In Hessen ist „MiRo“ weniger präsent, seit er das Ministeramt in Berlin übernahm und dafür den Posten als Generalsekretär der Landespartei abgab. Trotzdem erwarten manche in der SPD, dass Roth sich um den Parteivorsitz in Hessen bemühen könnte.

Thorsten Schäfer-Gümbel hatte den nordhessischen Abgeordneten, der dem Bundestag bereits seit 1998 angehört, 2009 zu seinem ersten Generalsekretär gemacht. Er sollte die verschiedenen Ebenen der damals zerstrittenen Partei wieder zusammenführen. In seinem Geburtsort Heringen organisierte Roth daraufhin alljährlich den „Hessengipfel“ der SPD, bei dem sich Politiker aus Kommunen, Land, Bund und Europa stets in der kalten Jahreszeit begegnen und austauschen.

Auf Twitter lässt der umtriebige Minister die Welt an seinen Begegnungen teilhaben. „Es gibt ein frappierendes Desinteresse an den osteuropäischen Staaten, und das finde ich beschämend! Wir müssen dringend Vorurteile abbauen“, heißt es dann. Dabei lässt Roth keinen Zweifel daran aufkommen, dass er kein Apparatschik sein will. Die Krawatte sitzt bei ihm locker, die Kleidung fällt gerne originell farbenfroh aus, und man sieht ihn oft lachen. Dazu zitiert Michael Roth den Dichter Joachim Ringelnatz: „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.“

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