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Bundeswehr soll in Schulen informieren

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Schulpolitiker prüfen, ob Offiziere zu Workshops eingeladen werden

Hochtaunus - Ob Soldaten an Schulen über ihren Beruf informieren sollen, ist in Deutschland nicht unumstritten. Unter anderem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht das kritisch. Das Angebot steht jedoch: Die Jugendoffiziere der Bundeswehr sollen als erfahrene und praxisnahe Referenten deutschlandweit die Herausforderungen einer bündnisorientierten Sicherheitspolitik vermitteln. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung zwischen Bundeswehr und hessischem Kultusministerium wurde 2010 geschlossen. Ihr Angebot richtet sich insbesondere an Lehrkräfte, die in den Jahrgängen 9 bis 13 unterrichten.

Die Jugendoffiziere sollen damit einen Beitrag zur politischen Bildung leisten, indem sie auf aktuelle weltpolitische Ereignisse eingehen und sich bei Bedarf an den Lehrplänen der Bundesländer orientieren.

Im Wetteraukreis etwa greifen Schulen darauf zurück, im Hochtaunuskreis bislang noch nicht. Eine Erklärung dafür hatte am Montag im Schulausschuss des Kreistags vorerst niemand, weder der als Referent gekommene Jugendoffizier Hauptmann Kurt Stiller noch die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Dr. Rosemarie zur Heiden. Allerdings soll sich das bald ändern. Zur Heiden sagte, sie halte diese Form der politisch-staatsbürgerlichen Information für sinnvoll und wichtig. Vorschreiben und „zwangsbeglücken“ (Zitat) wolle sie aber keiner Schule. Allerdings wolle sie bei einer Schulleiterkonferenz dafür werben. Das Thema Flucht, gerade während des Ukraine-Krieges, werde in den Schulen durch die Intensivklassen immer deutlicher sichtbar, so die Schulamtsleiterin.

Große Einigkeit in Politik

Das wäre ganz im Sinne der FDP. Sie hatte beantragt, einen Jugendoffizier in den Sozialausschuss zu laden, mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Bundeswehr zu thematisieren. Der Antrag war von der CDU/SPD/FW-Koalition noch ergänzt worden und enthält auch eine Beschlussempfehlung, wonach der Kreistag die Initiative der Bundesregierung, dass der Ukraine-Krieg in der Schule altersgerecht besprochen werden soll, aufgreift. Dafür sollen sich die Lehrkräfte der Unterstützung der Jugendoffiziere bedienen.

Sprecher von FDP und Koalition begrüßten die Umsetzung des Antrags. Philipp Herbold (FDP) sagte, ihn zu stellen, sei sinnvoll gewesen, die Aktualität nehme von Tag zu Tag zu. Herbold betonte, dass es nicht um Militarismus gehe. Die Bundeswehr sei Teil der Gesellschaft. Er sei überrascht, dass hier noch nicht auf das Angebot zugegriffen werde.

Er ermutigte die Schulamtsleiterin, zeitnah auch den Schulen im Kreis zu empfehlen, das Angebot zu nutzen. Das stieß auf breite Zustimmung.

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