+
Das "Westerwaldlied" war bei den Soldaten der Wehrmacht sehr beliebt. Die JU Hessen mag es offenbar auch.

JU am 9.November

Junge Union feiert mit Wehrmachtslied

  • schließen

Ein Video zeigt mehrere Mitglieder der Jungen Union Hessen am Jahrestag der Pogromnacht beim Singen des "Westerwaldlieds" - dem meistgesungenen Wehrmachtslied.

Der Videomitschnitt einer Feier in Berlin bringt die Junge Union (JU) Hessen in Bedrängnis. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, sollen mehrere Mitglieder der Jugendorganisation der CDU ausgerechnet am 9. November - dem Jahrestag der Pogromnacht - in einer Berliner Gastwirtschaft das „Westerwaldlied“ angestimmt haben. Das Lied gilt als umstritten, weil es während des Zweiten Weltkriegs als eines der meistgesungenen Lieder der Wehrmacht galt. 2017 wurde es auf Drängen des Bundesverteidigungsministeriums aus dem Liederbuch der Bundeswehr gestrichen.

Das Video, das von der Berliner Künstlerin Mia Linda Alvizuri Sommerfeld aufgezeichnet wurde, zeigt nach Recherchen des „Tagesspiegels“ mehrere Mitglieder der JU Hessen, darunter den Vorsitzenden der JU Limburg, Nils Josef Hofmann, beim Absingen des „Westerwaldliedes“.

Nach Darstellung Alvizuri Sommerfelds sollen auch mehrfach homophobe Äußerungen gefallen sein. Gegenüber dem „Tagesspiegel“ bestätigte der Limburger JU-Chef Hofmann, dass er auf dem Video zu sehen sei. Gegenüber der FR wollte Hofmann sich nicht äußern.

Der Landesverband der JU hingegen bestätigte, die Vorkommnisse zu prüfen. Das Video zeige jedoch keine Veranstaltung der JU Hessen, betont Sprecher Leopold Born. Jedoch hätten sich mehrere Mitglieder auf einer „politischen Informationsreise“ in Berlin befunden. „Wenn da über die Stränge geschlagen wurde“, so Born, „ist das seitens der JU Hessen natürlich nicht erwünscht und nicht akzeptabel.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare