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Die Eltern hatten sich systematisch geweigert, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

EGMR

Gerichtshof für Menschenrechte urteilt über Schulverweigerer

Das Sorgerecht eines Elternpaars aus Hessen wurde eingeschränkt, weil die Kinder keine Schule besuchten. Jetzt entscheidet der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entscheidet am Donnerstag (ab 10.00 Uhr) über die Beschwerde eines Elternpaars aus Hessen, dessen Sorgerecht für seine vier Kinder zeitweise eingeschränkt worden war. Die heute 52 und 51 Jahre alten Kläger hatten sich im Jahre 2012 systematisch geweigert, die Kinder in die Schule zu schicken. Das Familiengericht in Darmstadt ordnete daraufhin die Unterbringung der Kinder in einem Heim an. Dort blieben sie drei Wochen.

Das Gericht hatte geurteilt, zwar bekämen die Kinder Hausunterricht, doch könne dieser die in Deutschland geltende Schulpflicht nicht ersetzen. Das zuständige Jugendamt hatte zuvor geltend gemacht, ohne Schule würden die Kinder in einer „parallelen Welt“ aufwachsen. Ein Berufungsgericht in Frankfurt bestätigte das Urteil, das Bundesverfassungsgericht nahm im Oktober 2014 eine Beschwerde der Eltern nicht an. Diese werfen Deutschland nun einen Verstoß gegen das Grundrecht auf Schutz der Familie vor. (afp) 

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