Wahlkreis 186

CDU holt Direktmandat in Darmstadt

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Astrid Mannes gewinnt ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Christel Sprößler. Dabei bleibt es spannend bis zum Schluss.

Der Schock, dass die AfD mit einem zweistelligen Ergebnis in den Bundestag einziehen wird, stand fast allen der mehreren Hundert Gäste der Wahlparty in der Darmstädter Centralstation ins Gesicht geschrieben. Nur an einem Tisch, wo die hiesige AfD mit ihrem Direktkandidaten Frank Karnbach Platz bezogen hatte, brandete Jubel auf.

Rundherum wurden Buhrufe und Pfiffe laut. Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) stand – trotz gutem Ergebnis für die Grünen – zunächst erschüttert neben seiner Frau Daniela Wagner. Die Vorsitzende der hessischen Grünen sagte: „Das ist ein großer Schatten, der über diesem Tag liegt, dass eine in Teilen offen rassistische Partei erstmals wieder in den Bundestag einzieht.“

Bereits nach Auszählung der ersten Wahlkreise zeichnete sich ab, dass Wagner kein Direktmandat aus dem Wahlkreis erhalten würde und es auf ein Duell zwischen Astrid Mannes (CDU) und Christel Sprößler (SPD) hinauslaufen würde.

Sprößler, Bürgermeisterin von Roßdorf, hatte angekündigt in die Fußstapfen von Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) treten zu wollen, die bei der vergangenen Wahl mit nur 46 Stimmen Vorsprung gegenüber ihrem CDU-Mitbewerber Andreas Storm das Mandat geholt hatte.

Auch diesmal blieb es spannend bis zum Schluss und endete mit einem historischen Sieg: “Erstmals seit langer Zeit geht das Direktmandat des Bundestagswahlkreises an die CDU“, sagte Chefstatistiker Günther Bachmann, noch bevor alle Wahlkreise ausgezählt waren. 

Sprößler sagte, für sie sei es kein Problem, sich weiterhin für ihre Heimatgemeinde Roßdorf einzusetzen. Sie sei stolz über ihr persönliches Ergebnis, das deutlich über dem Bundesdurchschnitt der SPD lag. Mannes kündigte an, sich in Berlin für den Erhalt der Wirtschaftsregion und bezahlbaren Wohnraum einzusetzen.

Klar zeichnete sich ab, dass in Darmstadt als grüner Hochburg und Wohnort vieler junger Menschen die AfD unter dem Bundesdurchschnitt bleiben würde. Der ehemalige Darmstädter OB-Kandidat Michael Siebel (SPD) zeigte sich „sehr enttäuscht“ über die Niederlage der SPD. „Da ist es wenig tröstlich, dass auch die CDU abgerutscht ist“, sagte er. Die FDP sieht sich in ihrer Kampagne bestätigt. „Wir haben uns in den letzten vier Jahren neu erfunden“, sagte Bundestagskandidat Nicolas Wallhäuser.

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