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An den neuen Kontrollstellen im Flughafen gibt es mehrere Bildschirme, auf denen der Inhalt des Handgepäcks zu sehen ist.

Flughafen Frankfurt

Polizei will am Flughafen effizienter kontrollieren

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Neue Schleusen am Frankfurter Flughafen machen das Überholen von langsamen Reisenden möglich.

Schneller sollen sie werden. Und effizienter. Aber nicht weniger gründlich. Die Bundespolizei verändert die Kontrollen an den Zugängen zum Sicherheitsbereich des Rhein-Main-Flughafens. Am Dienstag nahmen Andreas Jung, Präsident der Bundespolizeidirektion Flughafen, und Stefan Schulte, Chef des Flughafenbetreibers, zwei neue Kontrollspuren im Terminal 1 in Betrieb.

Für die beiden neuen Schleusen in Halle A mussten vier ältere Kontrollspuren aus Platzgründen weichen. Dennoch hofft die Polizei, mehr Passagiere in kürzerer Zeit in den Sicherheitsbereich lassen zu können als bisher. Denn an den neuen Durchgängen ist das Überholen möglich. Bis zu drei Passagiere können sich gleichzeitig ans Band stellen und ihr Handgepäck, ihre Jacke und den Inhalt ihrer Hosentaschen in die Plastikwannen legen, um die Kontrolle vorzubereiten. „Wenn vor Ihnen jemand länger braucht, weil er vielleicht seltener fliegt und nicht so viel Erfahrung hat, müssen Sie nicht auf diesen Passagier warten“, erklärte Reza Ahmari, Sprecher der Bundespolizei.

Zudem gibt es an den neuen Kontrollstellen zwei Körperscanner und nicht nur einen. Erhöht wurde auch die Zahl der Bildschirme. Wenn in einem Gepäckstück ein verdächtiger Gegenstand erspäht wird, muss nicht der gesamte Betrieb gestoppt werden. Vielmehr kann sich ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes das Bild länger ansehen, während sich sein Kollege auf einem anderen Schirm den Inhalt der folgenden Koffer und Taschen ansieht. Außerdem gibt es mehr Plätze für Nachkontrollen als bisher.

In den Oster- und den Sommerferien hatte es häufig Beschwerden über lange Wartezeiten an den Kontrollstellen gegeben. Die Gründe dafür seien vielfältig, sagte Ahmari am Dienstag. Zum einen seien die Passagierzahlen gestiegen. Zum anderen hätten die Fluggäste deutlich mehr und deutlich größeres Handgepäck dabei als früher. Grund sei die Tarifpolitik der Fluggesellschaften. Immer mehr Airlines verlangten von Fluggästen, die Koffer oder Taschen aufgeben, einen Zuschlag. Außerdem sei die Zahl der elektronischen Geräte, die bei der Kontrolle aus dem Gepäck genommen werden müssen, deutlich gestiegen.

Flughafen: Hoffen auf neue Halle

In den kommenden Wochen will die Bundespolizei beobachten, ob die Passagiere die neuen Kontrollstellen tatsächlich schneller passieren können als die alten Spuren. Derzeit gelangen an jeder Spur zwischen 80 und 100 Reisende pro Stunde in den Sicherheitsbereich. Mittelfristig könnten auch weitere Schleusen umgerüstet werden, sagte Hauptkommissar Michael Kraft, der das Projekt in den vergangenen acht Monaten geleitet hatte.

Doch auf lange Sicht braucht es am Flughafen mehr Platz, um mehr Passagiere kontrollieren zu können. Die Bundespolizei setzt ihre Hoffnungen deshalb auf die neue Halle in Leichtbauweise, die kommendes Jahr am Terminal 1 eröffnen soll. Dort sind zehn neue Kontrollspuren geplant. Allerdings: Für die Arbeit am Durchgang zum Sicherheitsbereich braucht es „motiviertes und hoch qualifiziertes Personal“, wie sich Andreas Jung ausdrückte. Das zu finden, sei „eine Herausforderung“, räumte er ein.

Zuletzt hatte die Fraport gefordert, die Sicherheitskontrollen von der Bundespolizei übernehmen zu dürfen. Dafür wäre aber eine Gesetzesänderung nötig. Am Dienstag sprach Flughafen-Chef Schulte von einem „guten Tag für Frankfurt“ – und von der „guten Kooperation mit der Bundespolizei“.

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