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Gepäckstücke laufen in der Sicherheitsschleuse des Flughafens auf dem Fließband in eine Durchleuchtungsvorrichtung.

Frankfurt

Lufthansa macht Druck

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Alle Jahre wieder kommt es am Frankfurter Flughafen zu langen Wartezeiten und Gesichtern. Personalmangel als größtes Problem.

Nach dem Abreisechaos am Frankfurter Flughafen macht die Lufthansa Druck auf die Verantwortlichen. „Im kommenden Jahr müssen diese Probleme in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und der Fraport dringend gelöst werden“, forderte Detlef Kayser, designiertes Vorstandsmitglied der Lufthansa. Am Samstag hatten 3000 Lufthansa-Passagiere ihre Flieger verpasst, weil sie zu lange in den Sicherheitskontrollen festhingen. In einer Pressemitteilung hatte die Airline von bis zu 90 Minuten Wartezeit gesprochen.

Der Sprecher der Bundespolizei am Flughafen, Reza Ahmari, räumte die Engpässe auf FR-Anfrage am Mittwoch ein, sprach aber von maximal 80 Minuten Wartezeit. Zudem widersprach Ahmari der Einschätzung der Lufthansa, dass alle Reisenden, die ihre Flieger verpasst hätten, rechtzeitig am Flughafen gewesen seien: „Wir teilen die Einschätzung der Lufthansa nicht.“

Die Problematik zu Spitzenreisezeiten ist bekannt. Auch in den Osterferien 2018 war es zu langen Schlangen und verpassten Flügen gekommen. „Die Grundprobleme sind nicht gelöst. Es gibt Personalmängel bei allen drei Sicherheitsdienstleistern“, so Ahmari. So könnten die von der Bundespolizei gestellten Personalanforderungen nicht erfüllt werden. In dem Ausmaß wie am 22. Dezember seien die Probleme bislang aber noch nicht aufgetreten. Am Terminal 1A hatte es sich vor allem am Vormittag geballt. Neben dem hohen Reiseverkehr gilt die Winter- und Vorweihnachtszeit wegen Mänteln und elektronischen Geschenken als besonders kontrollintensiv.

Verantwortlich für die Abfertigung am Lufthansa-Terminal 1A ist die Fraport-Tochter Fra-Sec. „Bei uns läuft seit Monaten eine große Rekrutierungsoffensive“, so Fraport-Sprecher Dieter Hulick. Doch geeignetes Personal ist damit nicht gleich gefunden. „Wir haben eine hohe Durchfallquote“, sagt Ahmari von der Bundespolizei, die für die Abnahme der Prüfungen zum Luftsicherheitsassistenten zuständig ist.

Neben dem fehlenden Personal sieht die Bundespolizei aber auch ein räumliches Problem. „Die Infrastruktur ist sehr alt und platzintensiv“, so Ahmari. Um dem Abhilfe zu schaffen, hat Fraport im Bereich des Terminals 1A einen Kurzzeitparkplatz aufgegeben und errichtet dort einen Anbau, in dem bis Sommer 2019 sieben zusätzliche Kontrollspuren entstehen sollen. Bis dahin könnte es in Spitzenzeiten wieder zu ähnlichen Problemen wie am Samstag kommen, etwa in den Osterferien 2019.

An den Weihnachtsfeiertagen immerhin war das Chaos ausgeblieben. Fraport sprach von einem „geregelten, normalen Betrieb“, die Lufthansa von „keinen Unregelmäßigkeiten.“

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