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Stromtrasse in Hessen: Künftig soll eine neue Trasse über hessisches Gebiet führen.

Energieversorgung

Al-Wazir genehmigt neue Stromtrasse

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Die geplanten neuen Leitungen sollen ab 2021 durch Nordhessen in den Süden führen und Strom, der aus Windkraft gewonnen wurde, transportieren.

Das hessische Wirtschaftsministerium hat eine Höchstspannungsleitung genehmigt, über die von 2021 an Windstrom von Nord- nach Süddeutschland transportiert werden soll. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) übergab am Montag in Wiesbaden den Planfeststellungsbeschluss an Lex Hartman, Vorstandsmitglied des Netzbetreibers Tennet.

Die rund 230 Kilometer lange 380-Kilovolt-Leitung verbindet die Umspannwerke Wahle in Niedersachsen und Mecklar im nordhessischen Kreis Hersfeld-Rotenburg. Auf rund 65 Kilometern führt sie über hessisches Gebiet. Wenn die neuen Masten stehen, sollen mehr als 100 alte Masten abgebaut werden, auf denen bisher Leitungen verlaufen.

Das Projekt hat nichts mit der Südlink-Trasse zu tun, gegen die sich in Nordhessen Widerstand formiert hat. Hingegen hatte es Proteste gegen den Verlauf der Leitung Wahle-Mecklar eher in Niedersachsen gegeben.

Minister Al-Wazir sagte, mit dem jüngsten Planfeststellungsbeschluss habe Hessen seine Aufgaben bei der Ertüchtigung des deutschen Stromnetzes für erneuerbare Energien vollständig abgearbeitet. „Die Energiewende kann sich auf Hessen verlassen“, formulierte er.

Tennet-Manager Hartman bezeichnete den Beschluss als „weiteren Schritt für das Gelingen der Energiewende“. Er kündigte an, den Dialog mit den Menschen in der Region während des Baus der Leitung fortzusetzen. Es hatte schon in den vergangenen Monaten mehrere Veranstaltungen dazu gegeben.

Wahle-Mecklar zählt nach Angaben des Ministeriums zu den vier Projekten des Energieleitungsausbaugesetzes (Enlag), die über hessisches Gebiet führen. Die Höchstspannungsleitungen Dauersberg-Hünfelden, Marxheim-Kelsterbach und Kriftel-Eschborn seien bereits fertig. Al-Wazir sagte, Hessen nehme damit eine führende Rolle ein. „In Hessen sind jetzt alle Enlag-Leitungen fertig oder mit Baurecht versehen, bundesweit sind es erst zwei Drittel“, sagte er.

Für die Genehmigung von Südlink und anderen Leitungsprojekten ist die Bundesnetzagentur zuständig. Insbesondere der Trassenverlauf von Südlink hatte immer wieder zu Streit zwischen beteiligten Bundesländern geführt.

Zuletzt hatte Thüringen vorgeschlagen, die Leitung über hessisches statt thüringisches Gebiet zu führen. Al-Wazir sagte, dies habe die Bundesnetzagentur im Januar abgelehnt. Jetzt sollten „alle einsehen, dass das Sankt-Florians-Prinzip am Ende niemandem weiterhilft“, kommentierte er. Verzögerungen beim Netzausbau führten nicht zu geringeren, sondern zu höheren Stromkosten für alle.

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