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Begegnen demnächst der Kanzlerin: (von links) Linus, Clemens, Katrin und Gabriele.

Hochtaunus

Auf dem Weg ins Kanzleramt

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Vier junge Sternsinger aus Königstein vertreten das Bistum Limburg bei Angela Merkel in Berlin. Die Spendenaktion kommt in diesem Jahr Kindern in Peru zugute.

Es sei ein unvergessliches Erlebnis gewesen, sagt Susanne Philippi. Anfang der 90er Jahre war sie selbst als Sternsingerin zu Gast im Bundeskanzleramt. Damals noch in Bonn bei Helmut Kohl. Der habe in echt noch größer und eindrucksvoller gewirkt als im Fernsehen, erinnert sie sich. Nun wird sie ihre Söhne Linus (8) und Clemens (10) begleiten, diesmal nach Berlin zu Angela Merkel. Denn die beiden Jungs bilden gemeinsam mit der acht Jahre alten Gabriela und der 17-jährigen Katrin die Sternsinger -Delegation des Bistums Limburg.

Vier Kinder und Jugendliche entsendet jede Diözese zu dem Treffen mit der Kanzlerin in die Hauptstadt. Dass die Wahl diesmal auf die Pfarrei Maria Himmelfahrt in Königstein gefallen ist, lag an der Knobelkompetenz von Linus. Er habe das entsprechende Rätsel gelöst, das die Trägerorganisation der bundesweiten Sternsingeraktion, das Kindermissionswerk, als Aufgabe gestellt hatte und sich damit beworben, berichtet der Achtjährige.

Was sie bei dem Empfang erwartet, lassen die vier jungen Königsteiner auf sich zukommen. Sie hätten sich noch nichts Bestimmtes für ihre Begegnung mit Angela Merkel vorgenommen, sagt Clemens. Am Sonntag, 6. Januar, geht es zunächst per Zug nach Berlin. Dort treffen sie in einer Jugendherberge auf die anderen 104 Sternsinger aus ganz Deutschland. Zum Sightseeing bleibt zunächst keine Zeit. Erst einmal müsse der gemeinsame Auftritt am folgenden Tag im Kanzleramt geprobt werden, betont Susanne Philippi. Eine dreiviertel Stunde werde der etwa dauern – inklusive des Gruppenbildes mit der Kanzlerin. Zur Belohnung dürfen die vier jungen Königsteiner auch noch den folgenden Tag in Berlin verbringen.

In Königstein selbst wird die Sternsinger-Aktion erst am 11. Januar beginnen. Insgesamt 24 Kinder und Jugendliche strömen dann aus, um Spenden für Kinder in Peru zu sammeln. Sie mache bereits zum siebten oder achten Mal mit, sagt Katrin, die in der Gemeinde bereits die Messdiener-Gruppe leitet. Ihre Motivation sei, Kindern zu helfen, denen es schlechter gehe als ihr. Außerdem sei das Gemeinschaftserlebnis wichtig. „Und man muss es mögen zu singen“, sagt die 17-Jährige und lacht.

In diesem Winter ist Susanne Philippi erstmals für die Sternsinger-Aktion in der Pfarrei Maria Himmelfahrt zuständig. Sie werde die Organisation ein wenig verändern, kündigt sie an. Bislang seien die Sternsinger in größeren Gruppen unterwegs gewesen. Diesmal sollen sie in kleineren Gruppen zu dritt oder viert durch die Stadt streifen. Dadurch könne man mehr Menschen erreichen, hofft Philippi. Allerdings werde sich die Aktion in diesem Jahr auf die Kernstadt beschränken, ergänzt Katrin, die im vergangenen Jahr erstmals als Begleiterin der jüngeren Sternsinger mit dabei war. Die Reaktionen der Menschen, die sie besucht hätten, seien fast immer sehr positiv gewesen, beschreibt sie. Zusätzlich zu den Spenden hätten viele von ihnen Süßigkeiten an die Kinder verteilt oder sie zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Fest vorgenommen haben Katrin und Clemens sich, diesmal in jedem Fall eine Spendenbox mitzunehmen. Die hätten sie nämlich im vergangenen Jahr vergessen, erzählt der Zehnjährige. Aus Papier hätten sie sich zunächst einen notdürftigen Ersatz zusammengefaltet. „Doch da sind die Scheine rausgeflattert.“ Zum Glück gibt es Handys. Über die Standortortung sei schließlich die richtige Box noch nachgeliefert worden – und die Spenden dort gelandet, wo sie hin sollten. 2018 wurden damit vor allem Bildungsprojekte in insgesamt 100 Ländern weltweit unterstützt.

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