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Auf dem Areal soll der "Pioneer Park" entstehen.

Hanau

BUND prüft Altlasten auf Pioneer-Areal

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Die Umweltorganisation will den Umgang mit Altlasten auf dem Pioneer-Areal unter die Lupe nehmen und übt Kritik am geplanten Abstand des Baugebiets zur Bulau.

Der BUND Hessen will den Umgang mit Altlasten in der früheren Pioneer-Kaserne in Hanau-Wolfgang genau beobachten und beantragt deshalb Einsicht in Umweltgutachten und Pläne. Das teilt der Arbeitskreis (AK) Altlasten des BUND auf FR-Anfrage mit. Auf dem Areal soll in den nächsten Jahren der „Pioneer Park“ entstehen, ein umweltfreundliches Quartier mit etwa 1500 Wohneinheiten.

Die Umwelt- und Naturschutzorganisation wolle erfahren, auf welche Stoffe auf dem fast 50 Hektar großen Gebiet geachtet werden muss, und später prüfen, ob die geplanten Sanierungsmaßnahmen „sach- und fachgerecht“ sind, oder ob eventuell Gefahren für Mensch und Natur bestünden, sagt AK-Mitglied Claudia von Eisenhart Rothe. Der BUND bezieht sich bei seinem Antrag auf das Umweltinformationsgesetz, das den freien Zugang zu Umweltinformationen gewährleistet, und fordert, rasch Einsicht nehmen zu können, nicht erst im Juni.

Bieberle: Sanierung gelingt

In der vergangenen Woche hatte die Frankfurter Rundschau über die Altlasten auf dem ehemaligen US-Army-Gelände berichtet, darunter Teer und Schwermetalle im Boden sowie ein Grundwasserschaden im Zentrum durch leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe. Die Einsicht in ein seit März vorliegendes, aktuelles Umweltgutachten hat die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Hessen Hanau – welche die Kaserne entwickelt – der FR bislang verweigert.

LEG-Geschäftsführer Martin Bieberle sagte dazu, die Sanierung werde gelingen. Das Gutachten sei nicht ganz ausgewertet und solle nicht „unkommentiert“ veröffentlicht werden. Es gebe keine überraschenden oder besorgniserregenden Ergebnisse, die LEG werde den Bericht mit dem Bebauungsplan offenlegen. Das soll im Juni der Fall sein, der Vertrieb der ersten Wohnungen beginnt jedoch schon im April. Laut Plan sollen die Grünflächen im künftigen Pioneer Park etwa elf Hektar umfassen, Wohnflächen 23 Hektar, Verkehrsflächen acht Hektar.

Neben der Kaserne liegt die Bulau, ein besonders schützenswertes Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH). Eine Auenlandschaft, in der viele seltene Tier- und Pflanzenarten leben. Deswegen hat die LEG unter anderem eine FFH-Verträglichkeitsprüfung angekündigt und verspricht, die Anforderungen einzuhalten. Bislang sind etwa 35 Meter Abstand zu dem Gebiet geplant. Viel zu gering, lautet die erste Einschätzung von von Eisenhart Rothe. Der BUND wolle auch diesen Aspekt unter die Lupe nehmen.

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