+
Geschwungen und mit verspiegelten Fenstern ? so soll das Bürogebäude am Kreisel aussehen.

Pittlerstraße in Langen

Büros, 220 Hotelzimmer und 180 Apartments

  • schließen

Ein Projektentwickler investiert an der Pittlerstraße in Langen 85 Millionen Euro in einen Neubau und die Renovierung eines Bestandsgebäudes.

Ein Projektentwickler hat Langen entdeckt. Die Pantera AG will an der Pittlerstraße ein neues Bürogebäude in die Höhe ziehen und gleich nebenan ein Drei- bis Viersternehotel mit 220 Zimmern sowie 180 Serviced Apartments entstehen lassen.

Mindestens 85 Millionen Euro werde die Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Köln im Langener Wirtschaftszentrum Neurott ausgeben, kündigte deren Vorstand Michael Ries an. Am Kreisverkehr von Pittler-, Ampére- und Raiffeisenstraße soll ein geschwungener Bau mit verspiegelten Fenstern entstehen. Auf 8000 Quadratmetern sind dort Büros in unterschiedlichen Größen geplant. Gegenüber lässt die Firma Erweka, ein Hersteller von Tablettentestgeräten für die pharmazeutische Industrie, gerade ein neues Verwaltungs- und Produktionsgebäude bauen.

Gleichzeitig entkernt und saniert die Pantera AG auf dem hinteren Teil des Geländes, nur einen Steinwurf entfernt an der Pittlerstraße 48-50, ein Bestandsgebäude, um dort auf insgesamt 15 000 Quadratmetern Fläche die Hotelzimmer und die Apartments einzubauen. Der „Langener Stern“, wie das bis zu achtgeschossige Wohn- und Geschäftshaus im Volksmund heißt, wurde 1996 in mehreren Etappen errichtet. Schon seit Jahren steht er nun fast komplett leer. Vor zwei Jahren zog der Softwareentwickler Oracle dort aus, eine Autovermietung ist im Anbau der letzte verbliebene Mieter. „Die Firma zieht bis spätestens zum Baubeginn im Herbst 2019 aus“, sagt Michael Ries. Im Sommer erwartet er die Baugenehmigung vom Kreis Offenbach, positive Bauvorbescheide liegen aber für die Restaurierung des Bestands und für den Neubau bereits vor. Der Verkauf der Immobilien an einen oder mehrere Investoren soll nach endgültig erteilter Baugenehmigung erfolgen.

Bis das Quartier fertiggestellt sei, dem Pantera den Namen „Main Base Langen“ gegeben hat, werde es anschließend wohl eineinhalb bis zwei Jahre dauern, schätzt Ries. Schon jetzt laufen die Gespräche mit möglichen Hotelbetreibern und Anbietern für die Serviced Apartments, die halb Wohnung, halb Hotelzimmer und komplett möbliert sind. „Als Projektentwickler muss man vorab detailliert prüfen, ob es Bedarf an Immobilien und Interesse an dem Standort gibt. Nur wenn sich das bestätigt, kann man solch ein Vorhaben starten“, sagt der Unternehmensvorstand. Unterschrieben sei zwar noch nichts, aber das Interesse der Hotelketten sei groß und das der Boardinghouse-Betreiber nicht minder – auch weil es solche speziell auf Langzeitaufenthalte zugeschnittenen Apartments bisher in Langen nicht gibt.

Steigende Nachfrage nach Übernachtungen

Da die Rhein-Main-Region vom Brexit profitieren werde, werde die Nachfrage nach Übernachtungen deutlich ansteigen, meint Ries. „Sowohl private als auch dienstlich Reisende fragen solche Kapazitäten bereits heute stark nach.“ Langen sei lange Jahre vernachlässigt worden, weil „alle nach Eschborn geschielt haben“. Dabei habe die Stadt Potenzial: Sie liege sehr verkehrsgünstig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei der Frankfurter Hauptbahnhof in 15 Minuten erreichbar.

„Wir gehen hauptsächlich in Metropolregionen in Westdeutschland und Berlin“, berichtete Ries. Eine der wirtschaftsstarken Regionen, die sein Unternehmen besonders interessiere, sei das Rhein-Main-Gebiet. „Und da haben wir uns die aufstrebenden Standorte genau angesehen und uns für Langen entschieden.“

Der städtische Wirtschaftsförderer Joachim Kolbe ist erleichtert, dass es für den leerstehenden Massivbau an der Pittlerstraße jetzt neue Pläne gibt. „So, wie das Gebäude technisch ausgestattet ist und wie die Räume geschnitten sind, war es nicht marktgängig“, sagt er. Außerdem habe ein Insolvenzverfahren eines vorherigen Eigentümers viele Jahre lang einen Verkauf oder eine grundlegende Sanierung verhindert.

Die „Main Base Langen“ ist übrigens nicht nur verkehrstechnisch gut angebunden. Das Fachmarktzentrum mit Edeka, Baumarkt und großem asiatischen Restaurant ist nur wenige Schritte entfernt, ein Schnellimbiss liegt gleich gegenüber.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare