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An der Zellhäuser Straße sollen 235 Reihenhäuser entstehen - jedes mit eigener Fassade.

Seligenstadt

Per Bürgerbegehren zum neuen Stadtteil in Seligenstadt

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Das innerstädtische Wohnbauprojekt „Sportstadt“, das der Architekt Dick Weustenenk in Seligenstadt geplant hat, benötigt 1600 Unterschriften zur möglichen Verwirklichung.

Müssen Reihen- und Mehrfamilienhäuser auf 16 Hektar grüner Seligenstädter Wiese entstehen, wenn mitten in der Stadt mit nur 5,5 Hektar Flächenverbrauch Ähnliches möglich ist? Das fragt der Architekt Dick Weustenenk, der auf dem Reißbrett die „Sportstadt“ entwickelt hat, die „die Identität von Seligenstadt beibehalten und verstärken soll“. Ein Bürgerbegehren, für das rund 1600 Unterschriften erforderlich sind, soll nun dabei helfen, Weustenenks Wohnbauprojekt Realität werden zu lassen.

Vor einem Dreivierteljahr ging Weustenenk mit seinen Vorstellungen für die „Sportstadt Seligenstadt“ über die FR an die Öffentlichkeit. Fünf Jahre lang hatte er das 500 Meter von der Altstadt entfernte Projekt geplant – auf einem Areal, das im Flächennutzungsplan noch als Sportfläche ausgewiesen ist. Mehrere Sportvereine sind und bleiben auch zukünftig dort angesiedelt. „Der Stadt gehören schon 85 Prozent der Flächen“, nennt der Seligenstädter Architekt mit holländischen Wurzeln den großen Vorteil seines Konzepts. Das mache den Bau des neuen Stadtteils sehr günstig – ganz abgesehen von einer bis zu 100-prozentigen Förderung, die von Land und Bund für die „Stadtentwicklung nach innen“ zu erwarten sei.

Neuer Stadtteil in Seligenstadt: Platz fürm bis zu 3.000 Menschen

In der neuen Stadtmauer soll Wohnen möglich sein.

Der neue Stadtteil soll Platz für bis zu 3000 Einwohner und Nutzer bieten – inklusive 30 Prozent sozialem Wohnraum. Weustenenks Vorstellungen sind dabei außergewöhnlich und innovativ: Wohnungen, Läden und Gastronomie in einer neuen Stadtmauer mit Innenhöfen, ein Naturschwimmbad statt des bestehenden Freibads, 235 Reihenhäuser mit jeweils unterschiedlicher Fassade, ein Stadtpark in der Größe des Klostergartens, ein neues Sportstadion.

Von den Bürgern habe er in den vergangenen Monaten viel positive Resonanz erhalten, sagt Weustenenk. Auch einigen örtlichen Politikern hat er die Planungen vorgestellt, die nun in einem kleinen grünen Buch zusammengefasst wurden. Am Ende des Büchleins wird das Prozedere für das geplante Bürgerbegehren für die Entwicklung der „Sportstadt“ vorgestellt, elf Seiten für die Unterschriften der Seligenstädter sind angefügt.

15 dieser Büchlein sollen nun in der Stadt auf die Reise gehen, fünf weitere werden noch folgen. Das Bürgerbegehren beginnt bei drei Vertrauenspersonen, die die Bücher weiterreichen. „Das Ganze wird wie ein Kettenbrief funktionieren“, sagt Weustenenk, der schätzt, dass er bis in zwei Monaten die rund 1600 Unterstützer-Unterschriften beisammen hat. Dann entscheiden die Stadtverordneten, ob es zu einem Bürgerentscheid kommt. Dort sind dann 25 Prozent Zustimmung nötig.

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