Brüssel ohne Bedenken

EU prüft Nachtflugverbot nicht

Brüssel · 10. November · reck · Das im Zusammenhang mit dem Ausbau des Frankfurter Flughafens geplante Nachtflugverbot wird nicht auf Widerstand aus Brüssel stoßen. Anders könnte es beim Zusammenschluss von Frankfurt und Hahn zu einem Flughafensystem aussehen. Hier will die EU eine genaue Prüfung vornehmen.

Nach Gesprächen mit führenden Beamten der EU-Kommission machten Vertreter des Regionalen Dialogforums (RDF) am Montag in Brüssel deutlich, dass von Seiten der EU das in Frankfurt geplante Nachtflugverbot keiner weiteren Prüfung unterzogen wird. Voraussetzung ist ein formal korrektes Zustandekommen unter Beteiligung aller Betroffenen. Die EU-Beamten lobten nach Angaben von Johann Dietrich Wörner, dem Vorsitzenden des RDF, das deutsche Vorgehen. Damit sind Befürchtungen gegenstandslos geworden, die EU könnte wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung das Nachtflugverbot in Frage stellen. Gleichzeitig machten die EU-Beamten deutlich, dass eine europaweite Regelung in dieser Frage in den nächsten Jahren nicht zu erwarten sei. Dem Versuch des belgischen Verkehrsministers, Bert Anciaux, ein EU-Nachtflugverbot durchzusetzen, wird deshalb wenig Aussicht auf Erfolg eingeräumt. Wie Dirk Treber (Bundesvereinigung gegen Fluglärm) ergänzend mitteilte, werden sich die Europäischen Grünen auf ihrer am Dienstag in Brüssel beginnenden "Lärmtagung" ebenfalls für ein EU-weites Nachtflugverbot einsetzen. Anders als beim Nachtflugverbot sieht die EU-Kommission aber offenbar Klärungsbedarf beim geplanten Zusammenschluss von Frankfurt und Hahn.

Hier wurde nach Angaben des Dialogforums die Frage nach dem gemeinsamen Einzugsgebiet der Flughäfen gestellt. Nach Ansicht der Brüsseler Beamten ist das Bedienen eines gemeinsamen Ballungsraumes Voraussetzung für grünes Licht aus Brüssel für das neue Flughafensystem.

Dossier: Wächst der Flughafen weiter?

Kommentare