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Brückenbaustelle zieht sich bis 2023

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Markus Schmitt, bei der Stadt Bad Homburg zuständig für Straßen und Brücken, schaut auf den Kirdorfer Bach. Die kleine Brücke an der Castillostraße wird im September abgebaut und erneuert. hillebrecht
Markus Schmitt, bei der Stadt Bad Homburg zuständig für Straßen und Brücken, schaut auf den Kirdorfer Bach. Die kleine Brücke an der Castillostraße wird im September abgebaut und erneuert. hillebrecht © ahi

BAD HOMBURG Untere Castillostraße gesperrt / Landgrafenstraße bald wieder befahrbar

Wer mit dem Auto zu den Kurkliniken will, muss zurzeit Umwege fahren. Die Castillostraße - eine der Verbindungen von der Innenstadt zum Kurpark - ist seit Anfang Juli gesperrt. Und seit Ende Juli zudem die Kreuzung zur Landgrafenstraße, in der viele Spaziergänger parken und über die man auch direkt nach Kirdorf kommt.

Die Kreuzung zur Landgrafenstraße soll Ende September wieder befahrbar sein, verspricht Elena Korbach, Projektleiterin der Stadtwerke. Die erneuern hier die Gas- und Wasserleitung - weil einige Arbeiter an Corona erkrankt seien, verzögere sich der Rohrleitungsbau etwas.

Die größere Baustelle kommt aber erst noch. Sind die Kanalarbeiten fertig, wird die Castillobrücke abgerissen und neu gebaut. Der gesamte Bereich bis zur Höllsteinstraße bleibt noch bis März, April 2023 gesperrt, sagt Markus Schmitt, städtischer Projektleiter für Straßenneubau und Brückenunterhaltung. Ausnahme: Fürs Windhundrennen jetzt beim Laternenfest wird die Straße am Jubiläumspark für die Anfahrt der Hundebesitzer geöffnet.

Kanalarbeiten sind vorgeschaltet

Die kleine Brücke, die zwischen Jubi-Park und Hackwiesen über den Kirdorfer Bach führt, fällt kaum auf. Schmitt hat schon erfolglos zur Historie des Bauwerks geforscht. Die alten Rohrleitungen, weiß Korbach, stammen von 1953. Und so ist die Brücke stark sanierungsbedürftig. Die Stahlträger sind verrostet. "Es ist weniger der Verkehr, der tagtäglich darüber rollt, als vielmehr die Erosion durch das Wasser", so Schmitt. Auch die Geländer entsprechen nicht mehr den heutigen Vorschriften. Sie werden etwas höher und filigraner werden, dabei anthrazit und ein wenig glitzernd.

Sobald die vorgeschalteten Kanalarbeiten in der zweiten Septemberhälfte beendet sind, wird die Brücke zurückgebaut und durch eine neue ersetzt. Die jetzige Umleitung über Viktoriaweg oder Dietigheimer Straße bleibt bis Frühling bestehen.

Damit "die Bach" auch während der Bauarbeiten fließen kann, werden Spundwände für eine künstliche Wasserführung errichtet, erläutert Schmitt. Leicht verjüngt, damit nebenan die neuen Widerlager- und Flügelwände - praktisch die stützenden Teile der Brücke, durch die der Bach hindurchfließt - gegossen werden können.

Die jetzigen Kanalarbeiten sind allerdings auch aufwendig: Die Gasleitung, die zuvor über den Bach entlangführte, wurde nun unter das Gewässer verlegt - dort in sieben Metern, unterm Asphalt in zwei Metern Tiefe. Um nicht die ganze Straße aufgraben zu müssen, wurde hierfür eine Spezialfirma angefordert, die Mitte Juli das etwa 20 Zentimeter dicke Rohr im Spülbohrverfahren durchs Erdreich gejagt hat.

Aufwendiges Spülbohrverfahren

Wie Projektleiterin Korbach erklärt, waren dafür auf der Kreuzung zur Landgrafenstraße eine Start-Baugrube und im Dreieck Castillostraße / Hölderlinweg / Höllsteinstraße eine Ziel-Grube ausgehoben worden. Das spezielle Bohrgerät grub sich die mehr als 70 Meter Richtung Höllsteinstraße hin zur Ziel-Grube. Der Bohrkopf nahm beim Rausziehen - quasi auf dem Rückweg zur Start-Grube - das neue Gasleitungsrohr mit durch die unterirdische Röhre. Um die Leitung an das bestehende Netz anschließen zu können, werden weitere 40 Meter Rohr in offener Bauweise verlegt. Das Trinkwasserleitungsnetz wird nur im Bereich der Landgrafenstraße erneuert.

Steht im Frühjahr die neue Castillobrücke, werden in dem gesamten Bereich noch die Straßendecken neu gemacht - samt behindertengerechter Überwege. Radstreifen sind hier nicht notwendig, da es sich um eine Tempo-30-Zone handelt, so Schmitt.

Im Anschluss beginnt gleich die nächste Großbaustelle, die die Planer im Technischen Rathaus mit Bedacht zeitlich versetzt haben: die Neugestaltung des Schulberges. Wann genau sie im kommenden Jahr beginnt, sei aber noch ungewiss: Korbach und Schmitt rechnen damit, dass die Baubranche weiterhin mit langen Lieferzeiten beim Material und Corona-Ausfällen beim Personal zu kämpfen haben wird.

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